Aktuelles 2014




Der plattdeutsche Advent aus Marsberg – Einstimmung auf das Fest

Marsberg / Brilon / Olsberg / Eslohe. Am Montag, dem 22.12.2014 findet ab 20 Uhr eine plattdeutsche Einstimmung auf das Fest statt. Zwei Tage vor dem Heilig Abend gibt es in der Radio-Reihe „DO BISTE PLATT“ aus dem Padberger Heimatstübchen eine Adventssendung. Die hochdeutsche Moderation liegt in den Händen von Markus Hiegemann. Es gehen Sprecher aus Marsberg, Brilon, Olsberg und Eslohe auf Sendung. Mit von der Partie auf der Hochsauerlandwelle sind plattdeutsch Waltraud Aßhauer (Erlinghausen), Elisa Bartsch (Eslohe), Norbert Becker (Padberg), Marielies Hillebrand (Brilon), Johanna Luckey (Padberg), Margret Schlüter (Beringhausen), Franz Schrewe (Scharfenberg), Hildegard Sprenger (Giershagen) und Georg Stratmann (Assinghausen). Die einstündige Radiosendung des Bürgerfunks des Marsberger Geschichts- und Heimatvereins „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ findet also am Montag, dem 22.12.2014 von 20 bis 21 Uhr mit plattdeutschen Adventsgedichten, interessanten adventlichen Geschichten und Dönekes auf Radio Sauerland statt. Sie ist in Marsberg und Umgebung über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de mitverfolgt werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen finden Sie immer im Radio- und Veranstaltungskalender unter: www.Marsberger-Geschichte.de 

 

Ein frohes Fest aus Niedermarsberg – Die Postkarte ist aus den 1930er Jahren.   


Ein plattdeutscher Brief aus dem Sauerland nach Kanada –

Dai Plattduitske Kristdaag 2014 öit diäm Siuerlanne

Marsberg / Brilon / Olsberg / Eslohe. Die Moderatoren Markus Hiegemann (Brilon) und Sinje Jürgensen (Sundern) haben ihre Hausaufgaben für die Plattdeutsche Weihnacht am 25. Dezember 2014 von 19 bis 21 Uhr auf den Frequenzen von Radio Sauerland gemacht: Der große Wunschzettel an das Christkind ist geschrieben. Bei der letzten Plattdeutschen Weihnacht vor einem Jahr hatten sie das glatt vergessen. Am Ende der Sendung kam das Christkind dann doch noch. Als ihm die Moderatoren aber Propeller statt Flügel andichteten, war es sichtlich platt und schwirrte gleich wieder davon. Ein großer Wunsch nach noch mehr Sprechern aus dem Hochsauerlandkreis geht in Erfüllung: Hildegard Sprenger aus Giershagen (mit dem Stück „Dat Christkind un dei kleine Junge“) und Georg Stratmann aus Assinghausen („Chrisdageslecht“) sind erstmals dabei. Somit ist nun auch die Stadt Olsberg neben Brilon, Eslohe und Marsberg vertreten. Ein Höhepunkt der Sendung ist sicher „En Kristdagesbreif no Kanada“, den Johannes Luckey aus Padberg gefunden hat und vorträgt. Dort schreibt eine Frau an ihre Schwester in Kanada und über die hektische Zeit und den Weihnachtsrummel, der auch im Sauerland stattfindet. Dabei erinnert sie sich gerne an früher. Aus Scharfenberg (Franz Schrewe), Erlinghausen (Marlis Simon, Helga Hess, Waltraud Aßhauer), Beringhausen (Margret Schlüter), Oesdorf (Magdalene Breidenbach), Padberg (Norbert Becker) und Eslohe (Mechtildis Reimer, Walter Schulte) gibt es kleine, feine plattdeutsche Geschichten zum Fest. Traditionell findet die plattdeutsche Weihnacht am 1. Weihnachtsfeiertag statt und zwar schon zum 13. Mal. So trägt Marielies Hillebrand (Brilon) die Geschichte von der Weihnachtsgans vor. Auch gibt es in diesem Jahr „Ne Kristdages-Gaus“ als kleines Hörspiel mit den Brilonern Karl-Heinz Schreckenberg (Erzähler), Martrud Becker (Drüttchen) und Annemarie Hillebrand (Settken). Die beiden Moderatoren umrahmen die „Vertellekes“ mit hochdeutschen Übersetzungen, damit alle zuhören und die plattdeutschen Texte verstehen können. Außerdem gibt es wieder viel Musik in der Sendung, auch mit heimischen Künstlern und Chören, wie Heidi Hedtmann, dem Jungen Chor Oeventrop oder dem Gesangverein Scharfenberg. Und zum 40-jährigen Jubiläum des DEFA-Weihnachts-Klassikers „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (Tři oříšky pro Popelku)“ gibt es die Titelmelodie von Karel Svoboda. Die Federführung liegt in diesem Jahr – wie schon in 2013 – in Marsberg, denn der Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ hat die Organisation und die uneigennützige Finanzierung der Sendung übernommen, die ohnehin nur möglich ist, weil alle Mitwirkenden auf ein Honorar verzichten. Die Radiosendung der Hochsauerlandwelle findet also am 1. Weihnachtsfeiertag am 25.12.2014 von 19 bis 21 Uhr auf Radio Sauerland statt. Sie ist über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de mitverfolgt werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen finden Sie immer im Radio- und Veranstaltungskalender unter: www.Marsberger-Geschichte.de 

 
 
 

Karl-Heinz Schreckenberg aus Brilon liest plattdeutsche Geschichten und Anekdoten in der Padberger Heimatstube vor.


Der plattdeutsche Advent

Marsberg / Brilon / Olsberg / Eslohe. Mit großen Schritten geht es auf Weihnachten zu. Diese Woche trafen sich im Padberger Heimatstübchen zahlreiche, plattdeutsche Sprecher aus den Städten Marsberg, Brilon und Olsberg. Sie alle sind regelmäßige Akteure der Radiosendung „Do biste platt“. Beim Adventscafé wurde der plattdeutschen Sprache ausgiebig gefrönt. Am Montag, dem 15.12.2014 ist es dann wieder für alle weiteren plattdeutschen Freunde soweit. Mit dem Thema „Dai plattduitske Advänt out Stadtbierge“ gehen nicht nur Marsberger Sprecher auf Sendung, sondern auch aus Brilon, Olsberg und Eslohe. In der Radio-Reihe auf Radio Sauerland sind plattdeutsch Waltraud Aßhauer (Erlinghausen), Elisa Bartsch (Eslohe), Norbert Becker (Padberg), Marielies Hillebrand (Brilon), Johanna Luckey (Padberg), Margret Schlüter (Beringhausen), Franz Schrewe (Scharfenberg), Hildegard Sprenger (Giershagen) und Georg Stratmann (Assinghausen) mit von der Partie. Die hochdeutsche Moderation liegt in den Händen von Markus Hiegemann. Die einstündige Radiosendung des Bürgerfunks des Marsberger Geschichts- und Heimatvereins „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ auf der Hochsauerlandwelle findet also am Montag, dem 15.12.2014 von 20 bis 21 Uhr mit plattdeutschen Adventsgedichten und interessanten adventlichen Geschichten auf Radio Sauerland statt. Sie ist in Marsberg und Umgebung über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de mitverfolgt werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen finden Sie immer im Radio- und Veranstaltungskalender unter: www.Marsberger-Geschichte.de 


Marsberger, Briloner und Olsberger Plattdeutsch-Sprecher trafen sich im Heimatstübchen in Padberg zum Adventscafé.


Sondersendung zur Geschichte der Padberger Synagoge und Besuch aus Israel

Padberg. Die einzige Fachwerksynagoge Westfalens steht in Padberg. Ihre erste urkundliche Erwähnung ist vom 09.02.1751. 1831 war jeder siebte Bürger im Dorf ein Jude. Zum Synagogenbezirk Padberg gehörten auch Beringhausen, Bontkirchen, Helminghausen, Messinghausen, Rösenbeck, Madfeld und Giershagen. Nach dem I. Weltkrieg ging die Zahl der jüdischen Mitbürger soweit zurück, dass die Gemeinde aufgelöst und die restlichen Juden der Gemeinde Niedermarsberg zugeordnet wurden. 1931 verkaufte man die Synagoge an einen Handwerksmeister, der sie als Lager nutzte. Dadurch entging sie 1938 dem Novemberpogrom. 1.000 Besucher führte Ortsheimatpfleger Norbert Becker allein im letzten Jahr durch die Padberger Synagoge. Grund genug, um eine Sondersendung zu diesem Thema über Radio Sauerland auszustrahlen. Der Moderator Markus Hiegemann interviewt in Zusammenarbeit mit dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ den Padberger Ortsheimatpfleger Norbert Becker in der Sendereihe „Hiegemann unterwegs“ zur weitreichenden Geschichte der ältesten Fachwerksynagoge Westfalens. Die einstündige Radiosendung auf der Hochsauerlandwelle findet am Sonntag, dem 14. Dezember 2014 von 19 bis 20 Uhr statt. Auch der kürzlich-stattgefundene Besuch einer Delegation aus Haifa/Israel wird in dieser Sendung thematisiert. Silvi Behm, Oliver Boraucke und weitere Sprecher werden dann über Radio Sauerland zu Wort kommen. Die Sendung ist in Marsberg und Umgebung über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.Radio-Sauerland.de mitverfolgt werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen finden Sie immer im Radio- und Veranstaltungskalender unter: www.Marsberger-Geschichte.de 


Ein aktuelles Foto von der Padberger Fachwerksynagoge. Foto: AirStativ
 

Gäste aus Israel zu Besuch in der Padberger Synagoge mit Norbert Becker, Silvi Behm und Oliver Boraucke.


Als vor 70 Jahren ein Flugzeug über Padberg abgeschossen wurde

Padberg. In der Vorweihnachtszeit des Jahres 1944, also im letzten Winter des II. Weltkrieges, war die Not und die Sorge der Bürgerinnen und Bürger um Hab und Gut sowie ums nackte Überleben auch in unserer ländlichen Region spürbar. Der Krieg war allgegenwärtig. Ein Kriegsereignis jedoch blieb den Padbergern bis heute in Erinnerung. Vor 70 Jahren, am Montag, dem 11.12.1944 mittags gegen 13 Uhr, gab es einen unwahrscheinlichen Knall am Himmel über Padberg. Heinrich Becker, der Vater des heutigen Padberger Ortsheimatpflegers Norbert Becker, schickte seine Kinder – darunter auch Sohn Norbert – in den Keller des Hauses um bombensicher zu sein. Erst dachte man an den Abwurf und eine ferne Detonation von einer Bombe. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass ein amerikanisches Kampflugzeug von deutschen Jägern abgeschossen wurde. Norbert Becker recherchierte nach dem Krieg über Jahre zusammen mit Horst Münter (aus Dortmund-Wambel), der Padbergerin Frau Stuhldreier und dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ in den Archiven die Einzelheiten der Geschehnisse im Dezember 1944. Mehrere Meldungen erhielt man von der „Dulag-Luft“ in Wetzlar. Die deutschen Tagesprotokolle lassen ziemlich genaue Einblicke zu. Weitere, auf Englisch verfasste Berichte von amerikanischer Seite vervollständigen das Bild. Dort ist u. a. zu lesen: „Am 11.12. flogen wir einen Bogen in der Gegend von Frankfurt. Nach dem wir die Zielbestimmung gefunden hatten, warfen wir die Bomben ab.“ … „Wir waren auf dem Heimweg als mehrere Schüsse mitten in unseren Flug sich lärmend regten.“ Der einmotorige Begleitjäger amerikanischer Bomber von Capt. Harry E. Larsen, ausgestattet mit 2 Maschinengewehren mit 12,7 mm Kaliber, hatte Treffer gefangen. Der amerikanische Jäger war als Begleitschutz für Bomber mit dem Ziel „Giessen“ in Wormingford in England gestartet. Sie befanden sich aber bereits auf dem Rückflug. Das amerikanische Flugzeug der 55. Figther Group der 8. Air Force – es war eine „Mustang P-51D-10-NA“ von North American (Hersteller, Spitzname „Harvest Moon“) – wurde von deutschen Jägern, so Zeitzeugen im Raum „Beringhof“ in der Nähe von Padberg in die Zange genommen und angeschossen. Auch der Propeller der Maschine wurde getroffen und fiel vom amerikanischen Flieger ab. Später fand man ihn in der Nähe des Padberger Schlosses. Das Flugzeug zog Rauch hinter sich her. Es brannte aber nicht in der Luft, erst beim Einschlag auf die Erde fing es Feuer. Norbert Becker ist sich sicher, dass der amerikanische Pilot einen Aufschlag in der Padberger Ortschaft vermeiden wollte, da er den Flieger vom Ort weglenkte. Auch eine Notlandung in den Wiesen außerhalb des Ortes sollte versucht werden. Die Maschine stürzte letztendlich in der Wiese des Bauers Siebers am Kalkofen neben einem Viehschuppen ab. Der Pilot wagte noch den Absprung aus der Maschine. Er konnte aber nur noch tot geborgen werden. Zeitzeugen berichten, dass der Pilot neben den Flugzeug-Trümmern lag. Die Haare standen ihm zu Berge. Die deutsche Fliegerhorstkommandantur „A(o) 7/VI“ vermerkte am 13.12.1944 in Paderborn die beschlagnahmten Gegenstände des toten Piloten Larsen. Im Verzeichnis stehen 2 Erkennungsmarken mit Kette und der Nummer 0-74 33 47 T 42 – 43, vier angebrochene Kaugummi, 1 Flugzeugführer Abzeichen, 1 Talismann, einen Damenring, 1 beschädigte Armbanduhr, Blätter mit Notizen und 1 Päckchen mit Verbandszeug. Die Bevölkerung, die sich die abgestürzte Maschine anschauen wollte, blieb in einem sicheren Abstand zum Wrack, da sie Angst hatte, dass evtl. die Munition an Board noch explodieren könnte. Ein Padberger schob am Wrack der Maschine mit seinem Karabiner Wache, um die Trümmerteile zu sichern. Der tote Pilot wurde später in Zeltplanen eingewickelt und im Padberger Spritzenhaus aufgebahrt. Am 13.12.1944 setzten ihn Zwangsarbeiter in der nordwestlichen Reihe neben dem Padberger Soldat Heinz Schlömer auf dem örtlichen Friedhof bei. Nach dem Krieg ließ die Militärverwaltung den Piloten exhumieren. Padbergs Bürgermeister und der Orts-Gendarm (Polizist) wurden angewiesen, dass der amerikanische Pilot eine ordentliche Bestattung in einem Holzsarg bekam. Eine zweite Exhumierung folgte: Seine endgültige Ruhestätte fand der Pilot Harry Emmett Larsen im Jahr 1949 auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof „Ardennes“, südwestlich von Lüttich/Belgien, in der Grablage des Feldes „D“ in Reihe „1“ Grab-Nr. „22“. In Padberg erinnert noch heute ein Teil eines Motorblocks an den Vorfall des 11.12.1944. Norbert Becker hat sich mit den Padbergern dafür eingesetzt, dass ein Gedenkstein mit Bronzetafel neben dem Motorblock aufgestellt wurde. Dort ist zu lesen: „PAX ZUM GEDENKEN AN DEN IM DEZ. 1944 ABGESTÜRZTEN ALLIIERTEN JAGDFLIEGER UND IN MAHNENDER ERINNERUNG AN ALLE SINNLOSEN OPFER DES 2. WELTKRIEGES“.     

Das Foto zeigt die Reste des abgeschossenen amerikanischen Jägers auf einer Wiese bei Padberg am 11.12.1944.
 

Ein Teil eines Motorblocks der amerikanischen Mustang Maschine, der heute als Mahnmal in Padberg steht.
 

Das Grab des getöteten Piloten Harry
Emmet Larsen, der in Padberg ums Leben kam.


   

Einige Protokolle der DULAG-Luft, Wetzlar, zum Vorfall am 11.12.1944 in Padberg sowie aus dem Archiv von Horst Münter und des Regierungspräsidenten in Arnsberg.

 


Die Künstler des Diemeltals – Die Bildhauerfamilie Larenz –
Auftragsbücher 75 Jahre nach dem offiziellen Tätigkeitsende erschienen

Marsberg. Ihre Kunstwerke stehen in fast allen Ortschaften der Region. Sie sind aus dem täglichen Erscheinungsbild von Kirchen, Häusern oder beispielsweise Gedenkplätzen im Marsberger, Briloner, Waldecker, Warburger, Bürener und Paderborner Raum sowie weit darüber hinaus nicht mehr wegzudenken. Die Rede ist von den Werken der bedeutenden Bildhauerfamilie Larenz – die Künstler des Diemeltals! 75 Jahre nach dem offiziellen Tätigkeitsende der bekannten Marsberger Bildhauer-Gebrüder Franz und Bernard Larenz ist nun eine Publikation zu deren Auftragsbüchern entstanden. Unter der ISBN-Nr. 978-3-00-048041-6 ist das Buch mit dem Namen „Die Künstler des Diemeltals – Die Bildhauerfamilie Larenz – Auftragsbücher“ im Handel für nur 16,95 € erhältlich. Herausgeber ist der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“. Gedruckt wurde es in der Marsberger Druckerei Boxberger. 1939 fertigten die Gebrüder Larenz für die Niedermarsberger Propsteikirche ihr letztes großes Werk, eine fast lebensgroße Schnitzerei zur Grablegung Christi. Nach 1939 bis zu ihren Tod in 1945 bzw. 1948 wurden lediglich noch kleinere Restaurierungen oder Arbeiten für die eigene Familie oder gute Freunde vorgenommen. Die jetzige Publikation umfasst die Auftragsbücher von 1887 bis 1897 und von 1906 bis 1934. Im Jahr 1887 hatte sich Franz Larenz in Niedermarsberg – nach seiner Lehre in der renommierten Bildhauer-Werkstatt Schiestl in Würzburg – selbständig gemacht. Sein erstes Werk war eine Josefstatue für die Niedermarsberger Propsteikirche. Sein Vater Franz war bereits seit 1848 Schreinermeister (in der heutigen Klosterstraße 1) und eine bekannte Größe in der Marsberger Handwerker-Innung. Der Bildhauer Franz Larenz nahm seinen Bruder Bernard in die Lehre. Sie machten sich einen bedeutenden Namen in allen Techniken der Kunst. Aus Materialien, wie beispielsweise Kunststein, Marmor, Holz, Terrakotta, Gips, Bronze oder Kupfer, gestalteten sie wahre Meisterwerke. Später bereicherte Josef Larenz, der Neffe der beiden Bildhauer-Gebrüder, als akademischer Bildhauer die Künstler-Werkstatt. In über 50-jähriger Tätigkeit schufen die Bildhauer Larenz mannigfache Altäre für Kirchen oder Adelshäuser der Region – und weit darüber hinaus. Alle Stilrichtungen von der Gotik, der Romanik bis hin zum Barock gehörten zum umfangreichen Repertoire der Künstler Larenz. Figuren, Skulpturen, Reliefs, Kruzifixe, Kreuzwegstationen, Tabernakel, Grabdenkmäler, Kriegerehrenmäler, Notgeld oder beispielsweise bedeutende Zeichnungen zu damaligen Geschehnissen in Stadt und Land zeugen noch heute von der Kunst und der Schaffenskraft der Larenz-Werkstatt. Das Buch ist in den Buchhandlungen Podszun in Marsberg (Tel. 02992-4505), Brilon (Tel. 02961-2507) und Warburg (05641-740898) sowie Schreiber in Marsberg (02992-903671) und Bad Arolsen (05691-8914-0) vorrätig. Darüber hinaus kann es im Marktkauf Marsberg (02992-97580), Tankstelle Bunse (02992-97050) und der Druckerei Boxberger (02992-2333) erworben sowie im Internetshop unter www.Marsberger-Geschichte.de bestellt werden.


Das Cover: „Die Künstler des Diemeltals – Die Bildhauerfamilie Larenz – Auftragsbücher“.


 



Bildband: „Vergangene Zeiten – Meerhof, Oesdorf und Westheim

sowie umliegende Ortschaften“ wieder erhältlich

Der historische Bildband „Vergangene Zeiten – Meerhof-Oesdorf-Westheim – Historische Postkarten auch zu: Essentho, dem Bürener Land, Dalheim, Hardehausen, Scherfede, Wrexen, Billinghausen, Hesperinghausen und Helmighausen“ gedruckt im Hause Boxberger, Marsberg, ist ab sofort in einer neuen Auflage im Handel unter der ISBN-Nr. 978-3-00-044187-5 wieder erhältlich. Das Buch umfasst rund 290 Seiten mit mindestens ebenso vielen, noch nie veröffentlichten historischen Fotos und Postkarten. Zahlreiche Fernblicke, Ortsansichten, Luftaufnahmen, Fotos von Häusern und Personen aus Meerhof, Oesdorf, Westheim und den umliegenden Ortschaften spiegeln die Zeit ab den 1870er Jahren wider. Das Buch ist für 19,95 € in allen Buchhandlungen Podszun und Schreiber sowie bei Tankstelle Bunse, Marktkauf Marsberg und Druckerei Boxberger zu haben. Außerdem unter: www.Marsberger-Geschichte.de .

 

Das Cover des Buches „Vergangene Zeiten – Meerhof-Oesdorf-Westheim – Historische Postkarten auch zu: Essentho, dem Bürener Land, Dalheim, Hardehausen, Scherfede, Wrexen, Billinghausen, Hesperinghausen und Helmighausen“.
 

Das Foto bildet den alten Hof Thiele, Haus-Nr. 123, Im Winkel von Meerhof ab. Die Aufnahme ist aus der Zeit um 1928.


Plattdeutsch für die Ewigkeit –
LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung bereist den Altkreis Brilon

Beringhausen / Oesdorf / Assinghausen. Erstmalig bereiste die LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens den Altkreis Brilon. Ziel der Kommission ist die Erstellung eines Online-Atlas zu den verschiedenen westfälischen Mundarten. Auf der zukünftigen Internetseite der Mundart- und Namenforschung-Kommission können sich die Nutzer durch die Städte und Gemeinden Westfalens klicken, um sich dann die Sprachunterschiede, also die Dialekte und die verschiedenen plattdeutschen Vokabeln bestimmter Wörter und Sätze, als MP3-Datei anzuhören. Bisher war der Altkreis Brilon noch ein weißer Fleck auf der Landkarte für die Mundart-Kommission. Um dieses Projekt auch für den Altkreis zu realisieren, nahm der Geschäftsführer der Kommission, Dr. Markus Denkler, im Vorfeld mit dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ und dem Moderator Markus Hiegemann Kontakt auf. Das eingespielte Radio-Team konnte sofort einige Sprecher der „Do biste platt“-Sendungen aus den Städten Marsberg, Brilon und Olsberg für die Aufnahmen der LWL-Kommission benennen und vermitteln. Elena Haase, Mitarbeiterin der LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens besuchte daraufhin in dieser Woche den Altkreis Brilon. Aus dem Olsberger Stadtgebiet stand Georg Stratmann, Ortsheimatpfleger in Assinghausen und Leiter des musealen Vermächtnisses unseres großen Heimatdichters: Friedrich-Wilhelm Grimme der Mundart-Kommission zur Verfügung. In Marsberg steuerte Elena Haase gleich zwei Ortschaften an. In Beringhausen traf man sich bei Familie Schlüter. Margret Schlüter übersetzte für die Kommission die hochdeutschen Wörter ins „Beringhäuser Platt“. Anschließend wurde die Mitarbeiterin der LWL-Kommission in Oesdorf von Magdalene Breidenbach, Ortschronistin, und Josef Wiegers empfangen. Josef Wiegers diente mit dem „Oesdorfer Platt“ der Kommission. Insgesamt geht es um 71 Vokabeln oder Sätze, die für die Ewigkeit festgehalten werden. Bestimmte Wörter, wie z. B. „Holunder“ oder „Mädchen“, und kleine Sätze, wie z. B. „Er hat sich das Bein gebrochen“ mussten in das jeweilige örtliche Plattdeutsch übersetzt werden. Im Frühjahr nächsten Jahres soll das Projekt abgeschlossen sein und die Internetseite der LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens online gehen. Die Kommission sucht im Altkreis Brilon noch weitere kompetente, plattdeutsche Sprecher aus den Städten Winterberg, Hallenberg oder Medebach. Wer gerne dem plattdeutschen Westfalen-Atlas seine Stimme geben möchte, kann sich bei der LWL-Kommission in Münster bei Dr. Markus Denkler oder Elena Haase melden. Die Aufnahmen werden im jeweiligen Heimatort der Sprecher aufgezeichnet. Nähere Informationen zur Kommission und ihren Projekten unter: www.lwl.org/komuna



Elena Haase von der LWL-Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens sowie Hermann und Margret Schlüter bei den Aufnahmen in Beringhausen.


Dr. Ing. Bettina Heine-Hippler zu Gast in Obermarsberg –
Die
Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalenstellt sich im Radio vor

Obermarsberg / Hochsauerlandkreis. Die traditionsreichste Stätte im Hochsauerlandkreis weist eine Vielzahl von Denkmälern auf. Obermarsberg, die ehemalige Eresburg, ist einst durch Karl dem Großen zu Beginn der Sachsenkriege im Jahr 772 bekannt geworden. Im Karls-Jahr, dem 1.200. Todesjahr Karls des Großen, interviewt der Moderator Markus Hiegemann in Zusammenarbeit mit dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ die für den Hochsauerlandkreis (HSK) zuständige Referentin Dr. Ing. Bettina Heine-Hippler von der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Dr. Ing. Heine-Hippler ist innerhalb des LWL-Amtes für die praktische Denkmalpflege im HSK tätig. Die zweistündige Radiosendung in der Reihe „Hiegemann unterwegs“ auf der Hochsauerlandwelle findet am Sonntag, dem 30. November 2014, von 19 bis 21 Uhr statt. Im Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ steht Dr. Ing. Heine-Hippler Rede und Antwort. Sie spricht über die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, über ihre vielseitigen Aufgaben als Referentin im HSK und ihre jeweiligen Aufgabengebiete. Sie gibt aber auch wertvolle Tipps und Hilfestellungen für Denkmaleigentümer. Thematisiert werden darüber hinaus Probleme im Denkmalschutz, wie beispielsweise Leerstände von Gebäuden. Ein wichtiger Punkt der Sendung ist die „Investition in Denkmäler“. Außerdem wird Dr. Ing. Heine-Hippler aufzeigen, wann ein Gebäude ein Denkmal ist. In der zweiten Sendestunde geht es speziell um die Denkmäler in Marsberg. In Obermarsberg werden das älteste Bürgerhaus in der Stadt Marsberg, ein altes Bienenhäuschen, der Pranger, die Nikolaikirche und die Kalvarienberg-Kapelle durchleuchtet. Im Hinblick auf die Zukunft spricht Dr. Ing Heine-Hippler über die Unterhaltung der Kirchengebäude. Die zweistündige Sendung findet am Sonntag ab 19 Uhr auf Radio Sauerland statt. Sie ist in Marsberg und Umgebung über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.Radio-Sauerland.de mitverfolgt werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen finden Sie immer im Radio- und Veranstaltungskalender unter: www.Marsberger-Geschichte.de 

 


Die Luftaufnahme zeigt den historischen Punkt der Stadt Marsberg, die alte Karolingerstätte Obermarsberg.  


Larenz-Ausstellung in der Volksbank Marsberg verlängert
 

Marsberg. Aufgrund der guten Resonanz wird die Ausstellung zur Bildhauerfamilie Larenz in der Volksbank Marsberg verlängert. Die Ausstellung ist jetzt noch bis zum 28.11.2014 zu sehen, bevor sie an diesem Freitag-Nachmittag wieder abgebaut wird. Gezeigt werden originale Werke aus den verschiedenen Marsberger Ortsteilen. Aus der Meerhofer St. Laurentius Kirchengemeinde befinden sich ein Gnadenstuhl (Hl. Dreifaltigkeit), Figuren des Hl. Melchisedech (König der Gerechtigkeit), des Hl. König Davids, des Hl. Hieronymus, des Hl. Ambrosius, des Hl. Augustinus oder des Hl. Gregors in der Ausstellung. Dank der Westheimer St. Vitus Kirchengemeinde kann die Ausstellung zwei lebensgroße Holzfiguren von Herz-Jesu und Herz-Mariä vorweisen. Die LWL-Klinik Marsberg übergab für die Ausstellung eines der schönsten Arbeiten der Bildhauer Larenz. Es handelt sich um ein Altarbild „Im Stall von Bethlehem“ mit der Hl. Familie sowie den Hl. Dreikönigen. Markus Hillebrand konnte den „Hl. Markus“ aus Beringhausen zu der Ausstellung beisteuern. Aber auch weitere Exponate: Zeugnisse von Graf Droste zu Vischering (Padberg), Krippenfiguren, Auftragsbücher, Lehrzeugnisse der Bildhauer, Hl. Vinzenz von Paul (Krankenhaus Marsberg), Modelle beispielsweise zum Hl. Laurentius (Stiftskirche Obermarsberg) oder zum Hl. Franziskus (Propsteikirche Niedermarsberg), Kreuzwegstationen sowie weitere Reliefs und Bildnisse warten auf die interessierten Besucher. Die Ausstellung ist von montags bis donnerstags von 9:00 bis 16:30 Uhr und freitags von 9:00 bis 15:00 Uhr in der Volksbank Marsberg geöffnet.

 

Eines der schönsten – jemals in Marsberg gefertigten – Schnitzereien: Ein altes, sehr tiefstichiges Altarbild (ca. 1m x 1m groß) der Bildhauer Larenz. Aus einer Holzbohle entstand das Bildnis der Szene „Im Stall von Bethlehem“ mit der Hl. Familie sowie den Hl. Dreikönigen und ist jetzt ein Blickfang in der Ausstellung.
 

Der Meerhofer Altar nach seiner Aufstellung im Jahr 1915.

 
Wiedereröffnung des Gasthof Steffen
am 11. Nov. 2014
nach der Schliessung im Jahr 2005
Das freut natürlich alle Essenthoer sehr !



Den Gasthof betreibt nun eine Niederländische Familie

Hotel Gasthof Steffen
Telefon: 02992 / 8106



Der plattdeutsche Friseur-Salon geht auf Sendung –
Bei „Wiepen“ trifft sich das Sintfeld

Meerhof. Es ist der lebendige Mittelpunkt der Ortschaft Meerhof. Das gesamte Sintfeld und weit darüber hinaus trifft sich hier. Die Rede ist vom Friseur-Salon „Wiepen“. Nun geht der plattdeutsch-sprechende Friseur-Salon in Meerhof auf Sendung. Natürlich werden auch während der einstündigen Radiosendung des Bürgerfunks auf der Hochsauerlandwelle in der Reihe „Do biste platt“ am Montag, dem 24.11.2014 ab 20 Uhr die Haare vom Friseurmeister Martin Wiepen geschnitten. Allerdings sollten die Kunden sich auf eine plattdeutsche Verständigung einstellen, denn der Friseurmeister Wiepen nimmt an diesem Abend nur plattdeutsche „Haarwünsche“ entgegen. Moderator Markus Hiegemann wird in Zusammenarbeit mit dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ alle plattdeutschen Gespräche der Kunden des Friseur-Salons über Geschichtliches, Interessantes und Wissenswertes der Ortschaft Meerhof auf Sendung bringen. In Meerhof ist nämlich viel los – Vom Seniorennachmittag bis zur Restaurierung der Kirche! Aber auch die Einweihung der „Alten Schule“ und die Aufstellung des Tannenbaums stehen an. Zum Haarschnitt haben sich beim Friseur Wiepen die Meerhofer Eva Kriener-Renneke, Barbara Meyer-Ramme, Bernd Sieren und Alfons Thielemann angemeldet. Als Oesdorfer-Kunde schaut Josef Wiegers mit einem seiner Gabelstapler vorbei. Er weiß von der Friseurarbeit von anno dazumal zu berichten. Die Zuhörer der Sendung dürfen gespannt sein, was sonst noch so alles passiert. Die Radiosendung findet am Montag, dem 24.11.2014 von 20 bis 21 Uhr auf Radio Sauerland statt. Sie ist in Marsberg und Umgebung über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de mitverfolgt werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen finden Sie immer im Radio- und Veranstaltungskalender unter: www.Marsberger-Geschichte.de 

 

Die Luftaufnahme zeigt die Ortschaft Meerhof in den 1960er Jahren.
 


200 Jahre LWL-Klinik Marsberg am 14.11.2014 –
Die Geschichte vom Kapuzinerkloster bis hin zur LWL-Klinikkirche

Marsberg. Am 10.11.2014 war es 200 Jahre her, dass das damalige Landeshospital in Niedermarsberg, die heutige LWL-Klinik Marsberg, eröffnet wurde. Am 14.11.2014 findet in der LWL-Klinik Marsberg hierzu ein Festakt statt. Die Klinik gilt somit als erste und älteste Einrichtung dieser Art in Westfalen. Der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ hat sich zu diesem Anlass auf eine geschichtliche Spurensuche begeben und die ehemalige Kloster- und Kirchengeschichte durchleuchtet. An Stelle der LWL-Klinik Marsberg befand sich ursprünglich ein Kapuzinerkloster. Am 29.11.1744 kamen die ersten Kapuziner aus dem Kloster Paderborn in Niedermarsberg an. Es war Pater Bonifatius Raesfeld mit dem Laienbruder Pazifikus aus Drewer. Sie wohnten anfangs in „Hillekens Haus“, das in der Nähe des heutigen Klinikgeländes im Weist stand. Auf der Tenne dieses Hauses hielten sie den Gottesdienst und spendeten die hl. Sakramente. Das Haus war aber, wie sich bald zeigte, auf die Dauer für den Gottesdienst wenig geeignet. Sie mussten deshalb an den Bau eines Klosters und einer Kirche denken. Da kam den Patres zur rechten Zeit Hilfe. Der „Hüttenfaktor“ Anton Wilhelm Todt schenkte ihnen einen geeigneten Bauplatz. Auf diesem Platz begannen die Kapuziner im Jahr 1750 mit dem Klosterbau. Am 30.07.1752 konnten die Patres das „Hillekensche Haus“, worin sie rund 7 ½ Jahre gewohnt hatten, verlassen, um in das neue Kloster einzuziehen. Ein Jahr später, am 17.07.1753 begannen sie mit dem Bau der Klosterkirche. Die Kirche wurde an derselben Stelle erbaut, an der später die Wohnung des Anstaltspfarrers und eines Arztes entstand. Der Keller unter der ersten Wohnung war der Totenkeller für die Patres. Die Baumaterialien wurden größtenteils von den Ruinen der alten Dionysiuskirche am „trockenen Ufer der Glinde“ genommen. Die Patres selbst nahmen emsig den Schiebkarren zur Hand, um die Steine herbeizuholen. Die Bürger der Stadt halfen ihnen dabei. Nach zweijähriger Bauzeit war die Kirche vollendet. Sie war geräumig, hoch und hell, einschiffig und mit schönem Sternengewölbe aus Tuffstein versehen. Sie hatte, wie alle Kapuzinerkirchen, statt des Turmes nur einen sogenannten Dachreiter mit einer Glocke. Am 23.10.1755 wurde die neue Kirche durch den Weihbischof von Paderborn, Franz Joseph Graf von Gondola, feierlich konsekriert. In dieser Kirche hielten die Patres, deren Zahl sich nach und nach auf 12 bis 15 vermehrt hatte, den Gottesdienst und spendeten die hl. Sakramente. Die alte Pfarrkirche in Niedermarsberg, die im Jahr 1043 erbaut und schon lange für die Gemeinde zu klein geworden war, wurde durch die Klosterkirche natürlich ganz bedeutend entlastet, zumal „die Pfarrkinder die neue Kirche gern besuchten“, so die Quellen. Nach der Säkularisation wurde das Kapuzinerkloster durch Dekret der Großherzoglich-Hessischen Regierung vom 27.12.1812 definitiv aufgehoben und in eine „Irrenanstalt“ umgewandelt. Die schöne Kirche wurde im Jahr 1818 bis auf den Chor abgebrochen, angeblich weil die Fundamente bei der großen Wasserflut am 27.06.1796 unterspült und die Gewölbe schadhaft geworden seien. In Wirklichkeit befürchtete man aber, dass die Unterhaltungskosten der geräumigen Kirche zu groß seien würden. Verschiedene Relikte aus Klosterzeiten und einige Teile des Klosterkircheninventars wurden auf umliegende Ortschaften und Kirchengemeinden verteilt. Der barocke Altar steht z. B. bis heute in der Pfarrkirche in Essentho. Der Kirchenchor allein blieb stehen und wurde zur Hauskapelle eingerichtet. Als solcher diente er bis zum 27.09.1869. An diesem Tag begann der Abriss des Chores. Es sollte eine neue Anstaltskirche entstehen. Der Abbruch des alten Chores erforderte einen Kostenaufwand von 153 Talern. Aus den verkauften Materialien ergab sich ein Erlös von 142 Talern. Am 22.05.1870 legte Dechant Theodor Caspari den Grundstein für die neue Kirche. Der Plan zu der Kirche stammte vom hiesigen Baumeister Gustav Terstesse. Die Bauarbeiten wurden vom Maurermeister Anton Gerlach ausgeführt. Die einschiffige Kirche ist im neugotischen Stil erbaut worden. Nach zweijähriger Bauzeit konnte der Kirchenbau vollendet werden. Am 27.05.1872 fand die feierliche Konsekrierung zu Ehren des Hl. Johannes von Gott durch den Weihbischof Joseph Freusberg aus Paderborn statt.          


Das „Irrenhaus“ zu Niedermarsberg, vormals Kapuzinerkloster. Dieses Bildnis ist aus der Zeit vor 1829. Die Stiftskirche von Obermarsberg auf dem Eresberg besitzt noch den barocken Zwiebelturm.

Das Foto wurde um das Jahr 1872 aufgenommen. Man schaut auf Niedermarsberg. Im Vordergrund sind die Gebäude der Westfälischen Klinik in doppelter „H-Form“ zu sehen. Hinter dem linken „H“ wird gerade die Anstaltskirche auf der ehemaligen Bleichwiese erbaut. Sie wurde aus dem Steinmaterial des Chores der alten Klosterkirche erstellt.


Kundenhalle wird zum Bildhauer-Atelier –
Sonderausstellung: 75 Jahre nach dem offiziellen Tätigkeitsende der Gebrüder Larenz

Marsberg. 75 Jahre nach dem offiziellen Tätigkeitsende der bekannten Marsberger Bildhauer-Gebrüder Franz und Bernard Larenz findet in der Kundenhalle der Volksbank Marsberg eine umfangreiche Sonderausstellung mit zahlreichen Werken der „Künstler des Diemeltals“ statt. 1939 fertigten die Gebrüder Larenz für die Niedermarsberger Propsteikirche ihr letztes großes Werk, eine fast lebensgroße Schnitzerei zur Grablegung Christi. Das ursprüngliche Gipsmodell hierzu wird u. a. in der Ausstellung gezeigt. Nach 1939 bis zu ihren Tod in 1945 bzw. 1948 wurden lediglich kleinere Restaurierungen oder Arbeiten für die eigene Familie oder gute Freunde vorgenommen. Der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ präsentiert Exponate des Museums „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ und weitere Leihgaben aus privater und kirchlicher Hand sowie Adelshäusern. 1887 hatte sich Franz Larenz in Niedermarsberg – nach seiner Lehre in der renommierten Bildhauer-Werkstatt Schiestl in Würzburg – selbständig gemacht. Sein erstes Werk im Jahr 1887 war eine Josefstatue für die Niedermarsberger Propsteikirche. Sein Vater Franz war bereits seit 1848 Schreinermeister (in der heutigen Klosterstraße 1) und eine bekannte Größe in der Marsberger Handwerker-Innung. Der Bildhauer Franz Larenz nahm seinen Bruder Bernard in die Lehre. Sie machten sich einen bedeutenden Namen in allen Techniken der Kunst. Aus Materialien, wie beispielsweise Kunststein, Marmor, Holz, Terrakotta, Gips, Bronze oder Kupfer, gestalteten sie wahre Meisterwerke. Später bereicherte Josef Larenz, der Neffe der beiden Bildhauer-Gebrüder, als akademischer Bildhauer die Künstler-Werkstatt. In über 50-jähriger Tätigkeit schufen die Bildhauer Larenz mannigfache Altäre für Kirchen oder Adelshäuser der Region – und weit darüber hinaus. Alle Stilrichtungen von der Gotik, der Romanik bis hin zum Barock gehörten zum umfangreichen Repertoire der Künstler Larenz. Figuren, Skulpturen, Reliefs, Kruzifixe, Kreuzwegstationen, Tabernakel, Grabdenkmäler, Kriegerehrenmäler, Notgeld oder beispielsweise bedeutende Zeichnungen zu damaligen Geschehnissen in Stadt und Land zeugen noch heute von der Kunst und der Schaffenskraft der Larenz-Werkstatt. Zahlreiche Werke in der Stadt Marsberg, im Briloner, Warburger, Bürener oder Waldecker Raum sowie darüber hinaus in Calle, Kirchrarbach, Helbra, Tietelsen, Haaren, Kiederich oder beispielsweise in Philadelphia findet man bis heute in den jeweiligen Gemeinden. In der großen Sonderausstellung in der Volksbank Marsberg wird all dieses sichtbar. Neben verschiedensten Fotografien zu Aufträgen und Werken der Bildhauer Larenz zu allen Marsberger Ortschaften sowie zu einigen Ortschaften im Waldecker Land, die schon vor 1900 mit der alten, firmeneigenen Foto-Kamera abgelichtet wurden, werden auch die Familien- und Firmengeschichte oder Restaurierungsarbeiten durchleuchtet sowie zahlreiche, originale Modelle und Werke gezeigt. Private und kirchliche Leihgaben aus beispielsweise den Ortschaften Meerhof, Westheim, Niedermarsberg, Obermarsberg, Padberg oder Beringhausen vervollständigen das Bild zur Larenz-Werkstatt innerhalb der Sonderausstellung. Die Ausstellung kann während den Öffnungszeiten der Volksbank Marsberg besucht werden. Diese sind montags bis donnerstags von 9:00 bis 16:30 Uhr und freitags von 9:00 bis 15:00 Uhr. Die Ausstellung verweilt bis zum 25.11.2014 in der Volksbank.     
 

Franz Larenz in seiner Bildhauerwerkstatt in Niedermarsberg in den 1930er Jahren.

 

Blick in die Kapelle des Franziskushauses Beringhausen – Der Altar wurde von den Bildhauern
Larenz erstellt.
 

Eine gegossene Ehrentafel für den Niedermarsberger Propst Ludwig Hagemann.


Am 25. Oktober hat die Deutsch-Französische Gesprächsrunde Marsberg den diesjährigen "Joseph-Rovan-Preis" bekommen.

Der Rovan-Preis wird vom Französischen Botschafter in Berlin für besonders gelungene Projekte in der deutsch-französischen Zusammenarbeit verliehen.

Das Thema war in diesem Jahr das Gedenken an den hundertsten Jahrestag des  Ersten Weltkrieges.

Wie schon bekannt fanden im Laufe des Jahres zahlreiche Veranstaltungen zu diesem Thema statt, an denen viele Bürger aus Lillers und Marsberg teilnahmen. Die Komitees der beiden Partnerstädte hatten im Oktober 2013 ein Projekt beschlossen: "Männer an der Front - das Leben der Kinder und Frauen daheim".

Höhepunkte der Zusammenarbeit waren die Wochenenden 30./31. Mai in Marsberg und 7./8. Juni in Lillers. Den Ausschlag für die Nominierung für den Preis gaben die intensiven Begegnungen mit einer hohen Zahl an Teilnehmern und die Einbeziehung der verschiedensten Gruppierungen. Besonders hervorgehoben wurde zum Beispiel die Mitarbeit der Hauptschule,  die originellen Fußballspiele und die umfangreiche Austellung, die nur dank der Hilfe zahlreicher Marsberger, Heimatpfleger der Dörfer und vor allem des   Hauses Böttcher gelingen konnte.

Von den zahlreichen Bewerbern um den Preis wurden vier Deutsch-Französische Gesellschaften nominiert: DFG Osnabrück, DFG Höxter, DFG Rhein-Neckar und DFG Marsberg. Karl-Heinz Berger nahm als Ehrenvorsitzender der DFG Marsberg den ersten Preis entgegen. Die Verleihung fand statt in der Französischen Botschaft in Berlin am Brandenburger Tor unter dem Vorsitz von Philippe Etienne, Botschafter Frankreichs in Deutschland und von Gereon Fritz, Präsident der VDFG (Vereinigung der Deutsch-Französischen Gesellschaften). Diesem Festakt gingen zwei Diskussionsrunden voraus: die erste unter Beteiligung von zwei hochkarätigen Historikern, Dr. Rainer Bendick und Dr. Emmanuel Droit, Autoren des deutsch-französischen Geschichtsbuchs, die zweite mit drei Juniorbotschaftern des DFJW (Deutsch-Französisches Jugendwerk).

Die Deutsch-Französische Gesprächsrunde Marsberg freut sich über die große Ehrung und fühlt sich bestätigt  in ihrer Arbeit. Sie bedankt sich bei allen, die zu dem Gelingen des gesamten Projekts beigetragen haben.

Joseph Rovan, geboren 1918 in München als Joseph Rosenthal, folgte 1934 seinen Eltern nach Frankreich und wurde 1944 nach Dachau deportiert. Nach dem Krieg wurde er von Charles de Gaule zum Minister berufen. Später war er Professor für deutsche Geschichte an der Universität Paris- Vincennes. Außerdem war er Berater von Helmut Kohl und Jacques Chirac. Er setzte sich sein Leben lang für die deutsch-französische Verständigung ein.

 

Genevieve und Karl-Heinz Berger, 2. und 3. von rechts mit Gereon Fritz sowie weiteren Preisträgern und dem Botschafter in Berlin
 

Karl-Heinz Berger bekommt den Siegerpreis in der französischen Botschaft
 

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Abstimmen für den Bürgerfunk im Hochsauerlandkreis

Der Bürgerfunk der Hochsauerlandwelle auf den Frequenzen von Radio Sauerland nimmt in diesem Jahr mit gleich vier Produktionen am Bürgermedienpreis der Landesanstalt für Medien NRW in Düsseldorf teil. In den Kategorien Lokales, Radiokunst, Hörenswert, Newcomer (Altersgruppe bis einschließlich 15 Jahren) und Update (Altersgruppe ab 16 Jahren) entscheidet eine Jury. In der Kategorie Publikumspreis entscheiden die Hörerinnen und Hörer noch bis zum 2. November 2014. Die Preisverleihung findet dann am 5. Dezember in Mühlheim an der Ruhr statt. In der Kategorie Lokales nimmt die bereits zweifach ausgezeichnete Sendung Radio 6 bis 99 am Wettbewerb teil. 2011 gab es für die Sendung „Mal was anderes! Malen wie Picasso.“ den ersten Preis der Jury in der offenen Altersgruppe. 2013 erhielt die Sendung „Wir lassen die Puppen tanzen!“ den Publikumspreis. In diesem Jahr soll mit „So gefällt uns unsere Stadt: Arnsberg“ wieder ein Titel geholt werden. In der Sendung, die 2013 ausgestrahlt wurde, ging es um die Städteplanung und Verbesserung des Wohnklimas durch die Bürger aller Altersgruppen vor Ort. Für die Kategorie Radiokunst hat die Hochsauerlandwelle „Dai Plattduitske Kristdaag 2013 imme Siuerlanne (Die Plattdeutsche Weihnacht 2013 im Sauerland)“ eingereicht. Die von den „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ ausgerichtete Weihnachtsausgabe von Do biste platt vom 25.12.2013 mit Sprechern aus Marsberg, Brilon und Eslohe war ein Ohrenschmaus für die ganze Familie. Jeder, ob er nun platt spricht oder nicht, konnte zuhören. Die Sendung sprach durch ihren Sprachwitz und die vielen kleinen Facetten alle Sinne an. Geschickt wurden die plattdeutschen Texte und die Musik z. T. „Made in Sauerland“ in die Rahmenhandlung auf der Suche nach dem Christkind eingebunden. Die Kategorie Hörenswert führt mit Radio 6 bis 99 an den Möhnesee. Zeitzeuge Josef Schulte, gen. Berges, stammt aus Eslohe und verbrachte seine Ausbildung während der Katastrophe auf dem Gut Kloster Himmelpforten, das durch die Fluten des Möhnesees völlig zerstört wurde. Der liebens- und hörenswerte Charakter wird durch seine Ausführungen in plattdeutscher Sprache unterstrichen (die in der Sendung übersetzt werden). Und in der Kategorie Update geht das legendäre Sauerland-Taxi ins Rennen. Es startete 2001 und rollte bis Ende 2007 meist freitags über den Äther. Besonderheit war und ist gelebte Inklusion, denn zwei der bisher insgesamt sechs Moderatoren haben ein Handicap. 2008 gab es über 1000 Unterschriften für den Erhalt der Sendung, welche die bekannte, heimische Sängerin Heidi Hedtmann Radio Sauerland überreicht hatte. Wegen fehlender Sponsoren für eine Ausstrahlung außerhalb des Bürgerfunks musste die Sendung eingestellt werden. Seitdem gab es – wie 2014 – nur vereinzelte Sendungen. Wer für die vier Beiträge der Hochsauerlandwelle abstimmen möchte, kann dieses auf der Seite www.buergermedien.de > Bürgermedienpreis > zur Abstimmung tun. Dort können auch alle Beiträge in geschnittener Form (ohne Musik) angehört werden. Weitere Informationen und einen Sendekalender gibt es auch auf der Seite www.marsberger-geschichten.de .

Der vollständige Link zur Abstimmung lautet:

http://www.buergermedien.de/buergerfunk/buergermedienpreis/buergermedienpreis-2014/kategorien-2014/publikumspreis.html

 


Pastöre, Erntedank und ein Schlachtefest –
Das plattdeutsche Oesdorf präsentiert Geschichte und Brauchtum

Oesdorf. In Oesdorf, der Marsberger Ortschaft am Eggekamm, spricht man gerne plattdeutsch. Ortschronistin Magdalene Breidenbach, Josef Wiegers, Brigitte Köster und Roswitha Glock präsentieren plattdeutsch allen Zuhörern von Radio Sauerland Wissenswertes sowie Interessantes zur Geschichte und zum Brauchtum ihres Heimatortes. In der Radioreihe „Do biste platt“ auf der Hochsauerlandwelle interviewt Moderator Markus Hiegemann in Zusammenarbeit mit dem Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ die Oesdorfer Sprecher. In der einstündigen Bürgerfunk-Sendung geht es von einem Vortrag zu den Oesdorfer Pastören, über eine Anekdote zum „Backkorn“ eines Oesdorfer Pfarrers bis hin zu einer plattdeutschen Predigt zum Erntedankfest, die von Oesdorfs Ortschronistin Magdalene Breidenbach gehalten wird. Die plattdeutschen Sprecher aus Oesdorf wissen in diesem Zusammenhang auch von der Messdienerzeit von anno dazumal zu berichten. Roswitha Glock hat im poetischen Nachlass ihres Vaters, dem Oesdorfer Heimatdichter, „Jupp Förster“ etwas zum Schlachtefest aufgestöbert und trägt dieses Stück nun erstmalig den Zuhörern vor. Die Radiosendung findet am Montag, dem 27.10.2014 von 20 bis 21 Uhr auf Radio Sauerland statt. Sie ist in Marsberg und Umgebung über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de mitverfolgt werden. Alle Sendungen, die werktags ausgestrahlt werden, beginnen ab sofort eine Stunde früher: Also bereits um 20 Uhr! Weitere Sendungen und Ankündigungen finden Sie immer im Radio- und Veranstaltungskalender unter: www.Marsberger-Geschichten.de  In der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ gibt es die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen als Download.

 


Das Foto wurde im Jahr 1936 während des Erntedankfestes in Oesdorf aufgenommen. Auch die Kinder waren Festzugsteilnehmer. Rechts sind Ferdinand Scholand und Hedwig Breidenbach (Königspaar 1936) zu sehen.
 
 




 


Oesdorf im Radio – Das Dorf am Eggekamm ist Eingangstor zum Sauerland
 

Oesdorf. Der Ort liegt am Eggekamm und gehörte bis 1975 zum Altkreis Büren. Soweit die Geschichte. In der Gegenwart stellt sich die Ortschaft Oesdorf in der hochdeutschen Radiosendung „Hiegemann unterwegs“ auf der Sauerlandwelle als Eingangstor zum Sauerland vor. In der zweistündigen Bürgerfunk-Sendung interviewt Moderator Markus Hiegemann in Zusammenarbeit mit dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ verschiedene Sprecher zum Ort sowie zur Geschichte und zu allerlei Wissenswertem ihres Heimatdorfes. Mit von der Partie sind Ortsbürgermeister Rudi Hillebrand, Ortsheimatpfleger Alfred Müller, Ortschronistin Magdalene Breidenbach, Maria Linnemann, Josef Wiegers, Josef Hillebrand und weitere Interviewpartner der ortsansässigen Vereine. Viele geschichtliche Fakten von der St.-Johannes-Kirche, über das Pfarrhaus und die Mutter-Gottes-Grotte bis zum Wildschütz Klostermann können die Zuhörer am Tag der deutschen Einheit am Freitag, dem 03.10.2014 ab 19 Uhr erfahren. Über die Aktionen des Rentnerclubs und dessen Eigenleistungen zum Wohle des Ortes weiß Alfred Müller zu berichten. Rockcity Oesdorf e. V. ist im Ort genauso verankert wie der Ortsbeirat, der in Oesdorf seit 25 Jahren besteht. Magdalene Breidenbach wagt einen Blick in die Ortschronik und zu guter Letzt „orakelt“ Rudi Hillebrand über die Oesdorfer Zukunft, indem er über den „Demografischen Wandel“ im Hinblick auf Oesdorf und über die Ideen des Fördervereins spricht. Musikalische Leckerbissen gibt es vom Musikverein Oesdorf, der dieses Jahr auf sein 10-jähriges Bestehen zurückblickt, und von Georg Lange an der Oesdorfer Orgel. Die zweistündige Sendung findet am Freitag von 19 bis 21 Uhr auf Radio Sauerland statt. Sie ist in Marsberg und Umgebung über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de mitverfolgt werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen unter: www.Sauerlandwelle.de   

Info: Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie im Nachgang der jeweiligen Sendung alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de 

Diese Luftaufnahme von Oesdorf zeigt den Ort in den 1970er Jahren. Oben kann man Oesdorfs Nachbar-Gemeinde: Meerhof erkennen.
 


 




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Norbert Becker und Johannes Luckey küren Original-Padberger-Platt
 

Padberg. Am Montag, dem 15.09.2014 geht der Bürgerfunk aus Padberg auf Sendung. In der Radio-Reihe „DO BISTE PLATT“ küren Ortsheimatpfleger Norbert Becker und Johannes Luckey ab 21 Uhr das Original-Padberger-Platt über Radio Sauerland. Sie präsentieren dem Moderator Markus Hiegemann und dem Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ in der einstündigen Sendung plattdeutsche Texte zu ihrem Heimatort von Rektor Franz Stark und Johannes Bieker aus dem großen Fundus des „Padberger Heimatstübchen“. „Pabberig“ und eine „Diskussion nach der Vesper“ sind nur zwei Stücke, die hier besonders zu erwähnen sind und von den Beiden vorgetragen werden. Aber auch für hochdeutsche Freunde der Geschichte wird diesmal etwas dabei sein. Zwei Recherchen zu Begebenheiten aus der Zeit vor 100 Jahren bzw. zum Gedenken an den I. Weltkrieg bereichern die Radiosendung. Die Sendung der Sauerlandwelle wird am Montag von 21 Uhr bis 22 Uhr ausgestrahlt. Sie ist über die UKW-Antennen-Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ empfangbar. Im Hochsauerlandkreis ist Radio Sauerland zusätzlich noch über die Frequenz 107,4 MhZ im Kabelnetz vertreten. Alternativ und weltweit kann die Radiosendung über das Webradio von www.RadioSauerland.de mitgehört werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen unter: www.Sauerlandwelle.de  Ab 01.10.2014 gibt es eine Neuerung im Bürgerfunk. Ab dann finden die Werktagssendungen des Bürgerfunks, also auch die Sendungen der Reihe „DO BISTE PLATT“ schon immer um 20 Uhr statt. Das neue Landesmediengesetz macht dieses möglich.

Info: Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de

Ein Blick auf die Ortschaft Padberg – Diese Ansichtskarte ist am 01.07.1965 verschickt worden. Auf der Rückseite der Karte steht geschrieben: „Der ideale Urlaubsort für Ruhe suchende Feriengäste!“



Kreisschützenkönig 2015 ist
Helmut Kruse aus Essentho

  Kreisschützenbund
Büren 1958 e.V.
  offizielle Homepage zum
Kreisschützenfest 2015
in Essentho

(freigeschaltet ab 27.03.15)
   
 


57. Kreisschützenfest in Verlar 2014
Schützenverein Verlar



Vor 75 Jahren brach der II. Weltkrieg aus

Marsberg. Der 01.09.2014 gilt als Weltfriedens- und Gedenktag. Denn vor genau 75 Jahren brach der II. Weltkrieg aus. In der Geschichte ist Hitlers-Spruch: „…Seit 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen!...“, der den deutschen Überfall auf Polen rechtfertigen sollte, fest verankert. Polen wurde von den Deutschen in einem Blitzkrieg überrannt. Der II. Weltkrieg war entbrannt. Direkt oder indirekt waren 60 Staaten an diesem Krieg beteiligt, über 110 Millionen Menschen standen unter Waffen. Die Zahl der Kriegstoten beläuft sich auf an die 70 Millionen. Die Kapitulation Polens fand am 06.10.1939 statt. Schon zu Beginn des Krieges fiel der Pionier Wilhelm Böttcher (Sohn der Eheleute Wilhelm Böttcher sen. und Johanna Böttcher, geb. Frewert) aus Bredelar am 20.09.1939 im Vorwerk Jakubow in Polen. Er gilt als erster Marsberger Gefallener des II. Weltkrieges und des Altkreises Brilon. Seine Gedenkstätte ist in Pulawy, Block 3, Reihe 33, Grab 1580. Am 09. April 1940 erfolgte die Invasion der deutschen Wehrmacht in Norwegen und Dänemark. Anschließend wurde gegen die westlichen europäischen Nachbarn Deutschlands mobil gemacht. Der Westfeldzug begann am 10. Mai 1940. Die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Frankreich wurden ebenfalls blitzartig bis zum 25. Juni 1940 besiegt. Die Kampfhandlungen mit Großbritannien führte man in der Luftschlacht um England und mit dem Seekrieg fort. Allerdings nahm Deutschland das britische Eiland nicht ein. Unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ wurde der Russlandfeldzug vorbereitet, um neuen „Lebensraum im Osten“ für die „arische Herrenrasse“ zu erbeuten. Auch der „jüdische Bolschewismus“ sollte vernichtet werden. Der „Ostfeldzug“ gegen die Sowjetunion begann am 22. Juni 1941. Erste Erfolge konnten auch dort verbucht werden. Während auf deutsche Großstädte anfangs vereinzelt Bomben fielen, die bei der Bevölkerung Angst und Schrecken verbreiteten, wurde der ländliche Raum zunächst verschont. Auch bei uns in Marsberg fanden zu diesem Zeitpunkt keine aktiven Kriegshandlungen statt. Die Arbeit, der im Krieg befindlichen deutschen Männer, wurde von deren Frauen und Kindern übernommen. Zusätzlich wurden die Gefangenen der o. a. siegreichen, deutschen Feldzüge als Zwangsarbeiter in den heimischen Firmen, in der Landwirtschaft, usw. eingesetzt. In der Marsberger Geschichte sind Kriegsgefangene u. a. für die Arbeit in den Bergwerksstollen sowie in den Kupferhüttenwerken belegt. Nach Licht kommt auch immer Schatten: Die anfänglichen Erfolge auf russischem Gebiet führten bis vor Moskau. Die Schlacht um Moskau Ende 1941 und die Schlacht von Stalingrad 1942/1943 leiteten Deutschlands vollständige Niederlage ein. Sie endete mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 08./09. Mai 1945. Vor allem wegen der von Deutschen geplanten und ausgeführten Massenverbrechen starben auf sowjetischen Landen im Kriegsverlauf zwischen 24 und 40 Millionen Bewohner der Sowjetunion sowie etwa 2,7 Millionen deutsche Soldaten. Dieser Krieg gilt wegen seiner verbrecherischen Ziele, Kriegführung und Ergebnisse als der „ungeheuerlichste Eroberungs-, Versklavungs- und Vernichtungskrieg“, den die moderne Geschichte kennt!


Dieses Foto entstand 1940 im Trauzimmer des alten Amtshauses in Niedermarsberg. Es zeigt die Angestellten der Verwaltung beim Zusammenstellen der Feldpostpäckchen für die heimischen Soldaten, die sich an der Front befanden. Gegenstände der Päckchen waren u. a. Schreibutensilien für die Soldaten. Links ist Marlene Mühlenbein, spätere Hofmann, und rechts ist Max Busse zu sehen.

Postkarte von vor 70 Jahren: Kurz vor dem Untergang des Dritten Reiches wurden bestimmte Rituale und Zeremonien zur Einschwörung der Bevölkerung in den Gemeinden vollzogen. Vor dem alten Ehrenmal in Niedermarsberg bekam Otto Weidinger als SS-Kommandeur des Regiments „Der Führer“ in 1944 das Ritterkreuz übergeben. Im Hintergrund ist die Gaststätte „Waldecker Hof“ zu sehen.    
 


Das Kriegstagebuch des
Clemens Freiherr von Fürstenberg jun. aus Obermarsberg –
Die Familie von Fürstenberg war Eigentümer des alten Benediktinerstifts

Obermarsberg. 100 Jahre ist es her, dass der I. Weltkrieg ausbrach. Für die damalige Eigentümerfamilie des alten Benediktinerstiftes von Obermarsberg, der Adelsfamilie von Fürstenberg, brach mit dem Tod von Clemens Freiherr von Fürstenberg jun. an der Westfront eine neue Zeitenrechnung an. Das Stift wurde verkauft. Neuer Eigentümer des Obermarsberger Klosters wurde somit in 1916 der Unternehmer Karl F. Hein. Die Familie Hein bzw. die Hein´sche Stiftung besitzt das ehemalige Benediktinerstift bis heute. Der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ erhielt passend zum Weltkriegsgedenkjahr das Kriegstagebuch des Clemens Freiherr von Fürstenberg jun. aus Obermarsberg als Schenkung für die Vereinssammlung. Dieses umfangreiche, mit Kriegserlebnissen des Freiherren gespickte Werk schildert die traurigen Begebenheiten an der französischen Westfront vom Kriegsbeginn im August 1914 bis zum März 1915. Sein Vater Clemens Wenzeslaus Freiherr von Fürstenberg sen. wurde am 03.06.1839 auf Schloss Körtlinghausen geboren. Am 07.11.1874 heiratete er die zehn Jahre jüngere Marie-Theres von Ketteler (24.07.1849 – 23.05.1931). Sie erwarben das alte Benediktinerstift von Obermarsberg als Familiendomizil. Clemens Freiherr von Fürstenberg sen. war Mitglied des Briloner Kreistags. Mit ursprünglichen Beziehungen nach Kallenhardt wurde er 1872 Ehrenmitglied des dortigen Kriegervereins. Zusammen mit seiner Frau machte er eine gemeinnützige Stiftung zur Unterstützung von Kriegsveteranen und Bedürftigen der Gemeinde. Gegründet wurde auch von den Eheleuten die „Adeligen Familienstiftung zum Heiligen Georg“. Außerdem entwickelte Clemens Freiherr von Fürstenberg sen. ein lebhaftes Interesse an der Jagd und der Naturkunde. In Obermarsberger Stiftspark züchtete er verschiedene Jagdhunderassen, besonders bekannt wurden seine Züchtungen von deutschen Otterhunden. Hier sind Lehr- und Schautafeln erhalten geblieben. Eine befindet sich im Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“. Clemens sen. verstarb am 29.12.1904. Seine Frau Marie-Theres war künstlerisch begabt. Es sind Kunst-Entwürfe für die Innenausstattung von Kirchenräumen erhalten geblieben. Hier sind Arbeiten zu verschiedenen Engeln für einen Altar der Nikolaikirche Obermarsberg (waren bis 1970 dort) oder einen Kirchenkreuzweg in Randers (heute in Kopenhagen) vermerkt. Aus der Fürstenberg´schen Ehe gingen sieben Kinder hervor. Clemens Wilderich Petrus Paulus Hubertus Maria Freiherr von Fürstenberg jun. (18.05.1879 – 31.03.1915) war der zweitgeborene Sohn der Familie. Alle Kinder wurden in Marsberg geboren. Clemens jun. war Königl. Preußischer Leutnant der Reserve und im I. Weltkrieg Mitglied der 2. Westf. FAR 22, Münster, 1. Batterie. Aus seinem Kriegstagebuch werden an dieser Stelle nur die letzten Stunden nach einem Gasangriff und vor seiner Gefangennahme wiedergegeben: „Gegen 12 Uhr griffen die Franzosen vom Mittellager her meinen westlichen Flügel an. Ich zog den größeren Teil meiner geringen Kräfte in die Stellung westlich des Hessengraben und als die Franzosen über den Höhenrand kamen, eröffneten wir ein ruhiges Feuer, das heftig erwidert wurde. Eine halbe Stunde mochte dieser ungleiche Kampf gewährt haben, dann zogen sich die Franzosen zurück. Manchen haben sie liegen lassen müssen. Auf der Brustwehr kniend schoß ich selbst mit. Mit dem Leben hatte ich abgeschlossen, dann sollte es aber wenigstens schnell gehen. Die Stellung war auch gegen diesen zweiten Angriff gehalten worden. Es entstand eine Gefechtspause, die ich benutzte, um erneut Fühlung mit dem linken Bat. aufzunehmen, was nunmehr gelang.“ … „Die gewaltige Kanonade war verstummt. Dafür feuerten die Franzosen Gasgranaten. Dieses leichte Zischen, die schwachen Detonationen, der betäubende Geruch machte einen halb wahnsinnig. Stunde um Stunde hörte man nur dieses entsetzliche leise Pfeifen. Ich brauchte die Gasmaske.“ … „Und wären wir auch unter großen Verlusten durch die Schlucht nördlich des Mittellagers gekommen, hätten wir die Stellung überrannt, an der Gaswand wäre der Durchbruch zum Stehen gekommen.“ … „Gegen 4 Uhr schickten wir einen Parlamentär und ergaben uns, da jeder weitere Widerstand sinnlos gewesen wäre. 2 Stunden später allerdings wurde das Mittellager von der Artillerie zusammengeschossen. So war dieser Kampf zu Ende gekämpft, der für mich am 25.3. so hoffnungsvoll begonnen hatte.“ Clemens Freiherr von Fürstenberg verstarb einige Tage später am 31.03.1915 in Illie im nördlichen Frankreich.

 


Die Postkarte „Ober Marsberg – Blick nach der Stiftskirche“ ist aus der Zeit um 1910, also aus der Zeit, wo die Adelsfamilie von Fürstenberg noch Besitzer des alten Benediktinerstiftes war.

Dieser Blick auf den Stiftsbezirk Obermarsberg ist aus dem Jahr 1909. Vor der Stiftskirche befindet sich das alte Benediktinerkloster, links davon die ehemalige Zehntscheune und links daneben eine Scheune der Adelsfamilie von Fürstenberg.
 

Dieser Holzstich diente als Lehr- und Schautafel in damaliger Zeit. Im Stiftspark von Obermarsberg züchtete der damalige Besitzer Clemens Freiherr von Fürstenberg verschiedene (Jagd)Hunde-Rassen. Bekannt wurde er durch seine umfangreiche und ausgezeichnete Züchtung von deutschen Otterhunden.

 

Auszug einer Seite aus dem Kriegstagebuch von Clemens Freiherr von Fürstenberg jun. aus Obermarsberg. Er fiel am 31.03.1915 in Illie im I. Weltkrieg im nördlichen Frankreich.                    



 
Originale des Padberger Platts
 

Padberg. Nachdem bereits am letzten Montag Padbergs Ortsheimatpfleger Norbert Becker, Johanna und Johannes Luckey zur plattdeutschen Hochform aufgelaufen sind, findet am kommenden Montag, dem 25.08.2014 ab 21 Uhr eine zusätzliche Sondersendung über Radio Sauerland statt. Der plattdeutsche Schatz aus dem Padberger Heimatstübchen – aufgeschrieben von Rektor Franz Stark und Johannes Bieker – will weiter aufgearbeitet und vorgetragen werden. Die aktuellen, plattdeutschen Sprecher aus Padberg haben zusammen mit dem Moderator Markus Hiegemann und dem Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ eine interessante Sendung für die Reihe „DO BISTE PLATT“ vorbereitet. Neben Padberger Begebenheiten gibt es aber auch Interessantes zu Beringhausen im Bürgerfunk zu hören. Johanna und Johannes Luckey sowie Norbert Becker haben noch so Einiges im Köcher. Sie stimmen während der einstündigen Radiosendung ein Loblied auf ihr Padberg an: „Vey seydt de pabbersken Rebellers“. Neben dem „Orgelspieler“ wird es auch noch eine „Diskussion nach der Vesper“ und einen Mann, der zu einem Engel avanciert, geben. Die einstündige Sendung der Sauerlandwelle wird am Montag von 21 Uhr bis 22 Uhr ausgestrahlt. Sie ist über die UKW-Antennen-Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ empfangbar. Im Hochsauerlandkreis ist Radio Sauerland zusätzlich noch über die Frequenz 107,4 MhZ im Kabelnetz vertreten. Alternativ und weltweit kann die Radiosendung über das Webradio von www.RadioSauerland.de mitgehört werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen unter: www.Sauerlandwelle.de  

Info: Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de


An der Straße nach Helminghausen am Diemelsee – Das Foto zeigt die Ortschaft Padberg. Die Aufnahme ist aus der Zeit um 1930.






Plattdeutscher Schatz von Rektor Franz Stark
und Johannes Bieker in „DO BISTE PLATT“

Padberg. Einen wahren Schatz stöberte Ortsheimatpfleger Norbert Becker in der Padberger Heimatstube auf. Er stieß in dem großen Sammelsurium auf bisher unbekannte, handschriftliche Texte von Padberger Autoren. Diese Texte werden nun am Montag, dem 18. August 2014 ab 21 Uhr in der Reihe „DO BISTE PLATT“ im Bürgerfunk von Radio Sauerland präsentiert. Sie stammen überwiegend aus der Feder von Rektor Franz Stark und von Johannes Bieker, zwei Padberger Originale in vergangenen Zeiten. Aus der kurzen Sommerpause zurückgekehrt, tragen einen Tag nach dem Stadtschützenfest in Padberg die Sprecher: Johanna Luckey, Johannes Luckey und Norbert Becker diese plattdeutschen Relikte dem Moderator Markus Hiegemann erstmalig vor. Im Schwerpunkt geht es auf Platt um ihren geliebten Heimatort Padberg. Es spukt aber auch plattdeutsch am Weißen Brunnen in Beringhausen oder die Rebellen von Padberg (Raubritter) schlagen urtümlich-poetisch auf dem Sintfeld oder im Waldecker Land mit dem Bengeler Bund zu. Von einem alten heimischen Tanzlied über Wissenswertes aus der Schulzeit oder dem frommen Mann bis hin zu einer plattdeutschen Untersuchung birgt die Radiostunde so manche Überraschung für die Zuhörer. Die Sendung aus dem Marsberger Stadtgebiet wurde vom Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ organisiert. Sie findet Montag von 21 bis 22 Uhr statt. Sie ist auf der UKW-Antennen-Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ zu hören. Im Hochsauerlandkreis ist Radio Sauerland zusätzlich noch über die Frequenz 107,4 MhZ im Kabelnetz vertreten. Alternativ und weltweit kann die Radiosendung über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden. Weitere Sendungen und Ankündigungen unter: www.Sauerlandwelle.de  

Info: Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de

 

Zu sehen ist eine Ansichtskarte von Padberg aus den 1950er Jahren. Der Prägedruck der Rückseite: „Padberg – ganz von den Bergen eingeschlossen – mit den schönsten Aussichten und Wanderwegen – würzige Bergluft – Erholung pur“.


Stadtschützenkönig 2014
ist
Wolfgang Thiem aus Westheim





Heidis Jodler macht Lust aufs Sauerland –

Neuer Videoclip zeigt Marsbergs Schönheiten

Marsberg. Nach dem Sieg beim „Großen Deutschen Volksmusik Wettbewerb“ des „Deutschen Musik Fernsehens“ im Frühjahr diesen Jahres bricht der Sauerlandjodler alle Rekorde. Heidi Hedtmanns Siegersong wird tagtäglich von zahlreichen Radio-, Musik- und Fernsehsendern – nicht nur in deutschsprachigen Ländern – gerne gespielt. Dem Schlagerstar aus Marsberg liegt die Heimat ganz besonders am Herzen. So entstand die Idee mit dem Sauerlandjodler auch auf die Schönheiten dieser Urlaubsregion hinzuweisen, um viele Touristen in das Land der tausend Berge zu locken. Ein authentischer Videoclip musste her, so dass auch Naturfreunde und Gäste in Heidis Heimat kommen. Zusammen mit der Marketing- und Videoagentur Markeloop aus Marsberg und dem Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ wählte man als Drehorte typische Sauerländer-Stätten in der ländlich-bergigen Idylle Marsbergs. Den Schwerpunkt bilden hierzu Szenen rund um das historische Obermarsberg, das schon einst durch Karl den Großen bekannt wurde. Vom Kalvarienberg können Heidis Freunde schon erste Eindrücke von der ehemaligen Karolingerstätte bekommen. Etwas weiter, vom damaligen Galgenberg, blickt man genau auf die alte Stadt. Heidi Hedtmann singt hier praktisch zwischen der Nikolaikirche und der Stiftskirche im Hintergrund. Vom Obermarsberger Höling haben die Videogäste einen prächtigen Ausblick auf das Glindegrund und die Kieshalden am Fuße des Eresberges. Der Blick über das Diemeltal enthält goldgelbe Felder bzw. tiefgrüne Wälder und in der Ferne da schaut man auf hunderte von Bergen des weiten Sauerlandes. Das Video zeigt mehrere Szenen zu Marsberger Schönheiten in der Umgebung der Essenthoer Mühle, der Paulinenquelle, zu Westheim und zu Padberg mit der leuchtendgelben, neubarocken St. Maria Magdalena Kirche. Weitere Sehenswürdigkeiten wie der Marsberger Heilstollen oder das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ laden zum Verweilen nach Marsberg ein. Einen wahren Kraftakt musste der Kameramann während den Aufnahmen vollbringen. Schwer beladen, erklomm er Marsbergs höchste Erhebung, den fast 600 Meter hohen Eisenberg in Helminghausen, um die schönsten Bilder auf den Diemelsee einzufangen. Das Video wurde von der Brauerei Westheim, dem Verkehrsverein Marsberg, dem Heilstollen Marsberg und der Seelenoase von Petra Rumpel, der Marketing- und Videoagentur Markeloop sowie den „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ finanziell sowie von Norbert Becker (Padberg), Detlef Köster (Helminghausen) und Wilfried Limpinsel (Essentho) ideell unterstützt. Man kann es über Youtube: www.youtube.com/watch?v=noTiu7G5TF0 , der Internetseite von Heidi Hedtmann:  www.Heidi-Hedtmann.de  oder den „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ unter www.Marsberger-Geschichten.de aufrufen. Das Video hält was es verspricht. Es macht Lust! Auf Marsberg! Auf mehr Sauerland! …und zwar bei jedem Auftritt von Heidi Hedtmann an den Bildschirmen!

 

Heidi Hedtmann mit dem Kameramann vor dem Videodreh – Im Hintergrund befindet sich Obermarsberg, die alte Stadt auf dem Berge.
 

Heidi Hedtmann posiert am Höling von Obermarsberg – im Hintergrund die Bergessilhouette der ehemaligen Stadt.
 


Als vor 100 Jahren der I. Weltkrieg ausbrach –
Aufzeichnungen zur Mobilmachung aus dem Padberger Ortsarchiv
 

Padberg. Genau 100 Jahre ist es her, dass der I. Weltkrieg ausbrach. Nachdem Österreich am 28.07.1914 gegen Serbien vorrückte und daraufhin das Deutsche Reich als Verbündete Österreichs Russland am 01.08.1914 und am 03.08.1914 Frankreich den Krieg erklärte, entbrannte der I. Weltkrieg. Der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ durchforstete jetzt zusammen mit dem Ortsheimatpfleger Norbert Becker die Ortschronik von Padberg. Zusätzlich hatte Norbert Becker schon vor Jahrzehnten mit damals noch lebenden Padbergern Zeitzeugengespräche zum I. Weltkrieg geführt und diese Inhalte für die Nachwelt festgehalten. In den handschriftlichen Aufzeichnungen aus Padberg steht geschrieben, dass der Krieg sich schon lange zuvor angedeutet hatte. Das Attentat von Sarajevo auf den österreichischen Thronfolger brachte allerdings das „Pulverfass Europa“ zum Kochen. In Padberg vermerkte man: „Es war am 29.06.1914, am Feste „Peter und Paul“. In Padberg wurde in althergebrachter Weise das Schützenfest auf dem „Stiege“ gefeiert.“ Da verbreitete sich während des Festes die Nachricht, dass Österreichs Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gemahlin in Bosnien tags zuvor von einem Serben ermordet wurden. „Bis zum 25.07.1914 abends 6 Uhr“, so das Ultimatum in der Folgezeit, „soll Serbien den Mörder ausliefern und eine befriedigende Erklärung an Österreich-Ungarn abliefern“. „Das Ultimatum verstrich! Der Krieg ist unausweichlich.“ Es folgten „Tage banger Erwartung. Mit förmlicher Spannung erwartet man täglich die Zeitungen.“ Ganze Extrablätter über alle politischen Vorgänge wurden gedruckt. Es trafen Nachrichten ein, dass „feindliche Spione ertappt und gefangen genommen worden“ sind. Es wurden einige Landwehrleute einberufen, um die Eisenbahnen, Strecken und Brücken zu schützen. „Die Behörde lässt durch die Ortsschelle gesetzliche Bestimmungen für den Fall eines ausbrechenden Krieges bekanntgeben. Das Telephon wurde für den privaten Verkehr gesperrt.“ … „Endlich, heute am Samstagabend ertönte von Neuem die Ortsschelle auf der Straße mit den Worten: „Seine Majestät, der Kaiser, haben die Mobilmachung des Heeres befohlen!“. Ein letztes Foto wurde von den ausrückenden Padberger Männern vor der Gastwirtschaft Kleffner angefertigt. „Am heutigen Sonntag, dem ersten Mobilmachungstag, entstand im Dorfe ein reges Leben. Junge wehrfähige Leute durchzogen, patriotische Lieder singend den Ort. Täglich stellen Reservisten, Landwehrleute und Ersatzreservisten sich unter die Waffen“. Veteranen aus dem Deutsch-Französischen Krieg begleiteten sie meistens bis zum Bredelarer Bahnhof. Auch die Schulkinder, die „durch Verfügung der Kgl. Regierung“ während der ersten Zeit vom Unterricht befreit waren, schauten sich das Spektakel am Bredelarer Bahnhof an. Staunend betrachteten sie „die mit grünen Zweigen und schwarz-weiß-roten Fähnchen geschmückten Transportzüge“. Mit Begeisterung lasen sie alle die Mut und Siegeszuversicht verratenden Sprüche, mit denen die Züge beschrieben waren. „Auf nach Paris!“, „Franzosen, Russen, Serben, die müssen alle sterben – Deutschland wird alles erben!“, „Jeder Stoss ein Franzos! – Jeder Schuss ein Russ!“, „Jeder Tritt ein Britt! – Jeder Klapps ein Japs!“ und „Jede Schuld rächt sich auf Erden und Russland muss westfälisch werden!“. Jubelnd stimmten die Kinder mit ein, in die „nicht enden wollenden Hurra-Rufe der durchfahrenden Krieger“… Tiefen Eindruck hinterließ „eine mit Eichenlaub geschmückte Lokomotive und einem großen Bild von Kaiser Wilhelm II.“. „Auch Lehrer Franz Kruse hierselbst wird am heutigen, dritten Mobilmachungstage zur Fahne einberufen.“. Er kehrte aber krankheitshalber nach 3 Wochen zurück. Bis Ende 1914 wurden 48 wehrfähige Männer aus der Gemeinde zum großen Heere einberufen. Mit Freude vernahm man „die ersten Siege: Lüttich, Brüssel, Antwerpen, Namur, Montmédy, Maubeuge – Wer kann uns noch stoppen?“. Feierliches Glockengeläut kündeten die Schlachtsiege der ganzen Gemeinde an. Doch der Krieg forderte schon bis Ende 1914 in Padberg erste Opfer. Bernhard Linke, Anton Misselke und Johann Pack fielen in den ersten Monaten des Krieges. Franz Mörs geriet 1914 schwer verwundet in französische Gefangenschaft. Die Anfangseuphorie, die bis dahin auch in Padberg herrschte, war zu diesem Zeitpunkt bereits verflogen. Viele weitere Opfer forderte der I. Weltkrieg bis zum Kriegsende am 11.11.1918. Die gesamte, weltweite Schreckensbilanz lautet 17 Millionen tote Soldaten und Zivilisten. Weitere 20 Millionen verwundete Soldaten und Kriegsinvalide findet man in den Listen wieder. Zur Stadt Marsberg und den umliegenden Ortschaften ist herzu die große Weltkriegsausstellung noch bis zum 11.08.2014 während den Öffnungszeiten in der Volksbank Marsberg zu sehen.

 

„Letzte Heimats Grüsse“ aus Padberg – Padberger Männer posieren vor der Gastwirtschaft Kleffner am Tag ihrer Mobilmachung am 01.08.1914 für das Erinnerungsfoto.
 

Diese Feldpostkarte spiegelt den Zeitgeist und die Anfangseuphorie zu Beginn des I. Weltkrieges wider. Man war sich siegessicher. Die Karte wurde am 12.10.1914 in Bredelar abgestempelt.
 




 



Ein Hauch von Preußens-Gloria weht durch die Kundenhalle der Volksbank –Weltkriegsausstellung soll ein Mahnmal gegen Krieg sein

Marsberg. Vor 100 Jahren nahm die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts ihren Verlauf. Der I. Weltkrieg brach am 28.07.1914 mit dem Vorrücken der Österreicher gegen die Serben aus. Das Deutsche Reich – als Verbündeter Österreichs – erklärte am 01.08.1914 Russland und am 03.08.1914 Frankreich den Krieg. Jetzt, 100 Jahre nach Kriegsbeginn, findet eine große Ausstellung zu diesem Thema als Mahnmal gegen alle Kriege in der Kundenhalle der Volksbank Marsberg statt. Ausstellungsbeginn ist Montag, der 28.07.2014. Ideengeber dieser Marsberger Ausstellung war die Deutsch-Französische Gesprächsrunde der Stadt Marsberg (DFG). Zusammen mit der Marsberger Partnerstadt Lillers gedenkt man somit auf deutscher sowie französischer Seite der vielen Gefallenen und zivilen Opfer des I. Weltkrieges. Die Ausstellung „Männer an der Front – Das Leben der Frauen und Kinder daheim“ wurde ganz besonders durch den Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“, durch die Schüler der Hauptschule Marsberg und dessen Lehrer Wolfgang Kleffner sowie durch die Schüler des Marsberger Carolus-Magnus-Gymnasiums und dessen Lehrer Dr. Knut Linsel unterstützt. Den Grundstock an Exponaten stellt das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“. Zahlreiche, weitere Leihgaben von Ortsheimatpflegern und Heimatfreunden aller Marsberger Ortschaften zeigen geschichtliche Eindrücke zum Leben der Bevölkerung vor, während und auch nach dem Krieg. Zum einen können die Besucher den Zeitgeist, den Pomp und den Kult um den Kaiser und dessen Familie sowie um die damaligen Generäle des Reiches umrahmt von den damaligen Nationalfarben „schwarz-weiß-rot“ erleben. Zum anderen lassen Exponate und Mitbringsel von Soldaten das kriegerische Leben und die schrecklichen Szenen an der Front erahnen. Der dritte Teil der Ausstellung gibt Einblicke auf die Notzeiten im Deutschen Reich und in Marsberg, die bereits während des Krieges entstanden und sich bis tief in die 1920er Jahre festsetzten. Aber auch zahlreiche Werke und Kriegerehrenmäler der Marsberger Bildhauer Larenz oder beispielsweise Relikte aus einer damaligen Kinderstube sind zu sehen. Die Ausstellung kann während den Öffnungszeiten der Volksbank Marsberg besucht werden. Diese sind montags bis donnerstags von 9:00 bis 16:30 Uhr und freitags von 9:00 bis 15:00 Uhr. Die Ausstellung verweilt bis zum 11.08.2014 in der Volksbank.     

 

Stefan Meyer, Prokurist der Volksbank Marsberg; Karl-Heinz Berger, Ehrenvorsitzender der DFG Marsberg; und Elvira Böttcher, Geschäftsführerin der „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ freuen sich auf zahlreiche Besucher zur Ausstellung in der Volksbank Marsberg.
 



Marsbergs Fundstück des Monats Juli 2014 beschäftigt sich mit einer alteingesessenen Apothekerfamilie und der Chaussee-Baukommission des Kreises Brilon
 

Niedermarsberg. Die Marsberger Apothekengeschichte reicht bis in das Jahr 1791 zurück. Der Apotheker Philippi erhielt das Privileg zur Errichtung einer Apotheke und wurde am 12.12.1791 durch den Richter zu Stadtberge vereidigt. Eine interessante Sammlung mit Briefen, Urkunden, Rechnungen und Publikationen zu einer alteingesessenen Niedermarsberger Apothekerfamilie erhielt nun der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“. Dieses Sammelsurium kann im Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ begutachtet werden. Es wurde nun zu Marsbergs Fundstück des Monats Juli 2014 prämiert. Der Sauerlandkurier stellt die geschichtlichen Hintergründe exklusiv vor. Die 1791 gegründete Marien-Apotheke des Apothekers Philippi übernahm am 04.05.1798 der praktische Arzt Johann Anton Jehn als ärztliche Hausapotheke. In 1805 kaufte Konrad Küpper aus Werl die Apotheke. Am 13.09.1805 ging die Marsberger Apotheke in das Eigentum der Eheleute Richter Pape aus Meschede über. Küpper hatte sich mit Maria Pape verlobt und erhielt im Tauschwege die Werler Apotheke, die Eigentum der Familie Pape war. In 1806 verlobte sich Karoline Pape mit Franz Wilhelm Iskenius (1787-1859) aus Werl. Iskenius erhielt von seinen künftigen Schwiegereltern gegen einen Kaufpreis von 500 Talern die Apotheke in Stadtberge. Er gilt als Stammvater der Niedermarsberger Apotheken-Dynastie Iskenius. Die Apotheke lag ursprünglich auf der Insel. Wegen der Hochwassergefahr durch die Glinde wurde der Apothekensitz in die Hauptstraße verlegt. Im Jahr 1839 erfolgte die Übertragung der Apotheke an den Sohn Ernst Florenz Iskenius (1811-1880). Aus dieser Zeit stammt die Sammlung zu Marsbergs Fundstück des Monats. Zahlreiche Rechnungen aus den 1850er Jahren von beispielsweise George Helmuth aus Kassel, Hermann Vüllers aus Paderborn oder C. M. Kirchhoff aus Münster liegen den „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ jetzt vor. Schriftwechsel mit Zulieferern von Arzneien, Heilkräuter oder Pflanzen vervollständigen die Sammlung. Aus den geschenkten Büchern ergibt sich, dass Ernst Florenz Iskenius 1839 als Mitglied in den Apotheker-Kreis „Medebach“ durch Anmeldung des Vizedirektors Müller aufgenommen wurde, so steht es in Heft 10 „Archiv der Pharmacie, eine Zeitschrift des Apotheker-Vereins in Norddeutschland“ geschrieben. Ernst Florenz Iskenius war stellvertretender Bürgermeister von Niedermarsberg, Mitglied des Briloner Kreistags und gehörte dem Provinziallandtag an. Aus weiteren, jetzt übergebenen Schriften geht hervor, dass er zusammen mit weiteren Niedermarsbergern: dem Kreis-Wundarzt Dr. med. F. Bange, Hüttendirektor August Kleffner, Direktor Dr. Koster, Papierfabrikant Quincke, Rechtsanwalt Rath, Rentner Dr. Rentzing und dem praktizierenden Arzt Dr. Rubarth Mitglied im Westfälischen Provinzial-Verein für Wissenschaft und Kunst war. Ganz besonders setzte sich Iskenius als Mitglied der Chaussee-Baukommission für den Bau von Straßen ein. Aus verschiedenen Briefen mit dem Landrat Graf Droste zu Vischering entstand eine für Geschichtsforscher höchstinteressante Korrespondenz zu den „Kreisstraßen Altenbüren – Antfeld“ bzw. zu Straßen im Raum Bigge. Im heutigen Marsberger Stadtgebiet begann der Bau der Chaussee von Niedermarsberg nach Leitmar am 09.07.1851. Sie war am 01. September soweit vollendet, dass der erste Postwagen von Arolsen her über Leitmar und Niedermarsberg nach Brilon fahren konnte. Zwei Chausseen wurden im Jahre 1862 gebaut: die Chaussee von Niedermarsberg nach Hesperinghausen und von Niedermarsberg über Essentho nach Fürstenberg. Viele weitere Schreiben oder Zitierungen aus dem Schriftverkehr von Ernst Florenz Iskenius mit weiteren Mitgliedern des Kreistages oder dem Landrat finden sich in der Sammlung vom Museum „Haus Böttcher“ wieder. 1877 übernahm Sohn Ludwig Iskenius (1847-1927) nach seinem Pharmaziestudium in Marburg die Marsberger Apotheke. Er verkaufte das Gebäude in der Hauptstraße und errichtete im Immenhof einen Neubau. Für 1910 ist die Anschaffung einer modernen Tablettenmaschine belegt. Sie diente vor allem für Klinikpackungen für die Provinzial-Heilanstalt. 1915 wechselte die Apothekenleitung zu Ernst Iskenius sen.. Er arbeitete zudem in der Standesorganisation der Apotheker mit. 1921 wurde er Vorstandsmitglied und Schriftführer des Bezirks Westfalen-Lippe im Deutschen Apothekerverein. Nach dem II. Weltkrieg gehörte Iskenius zu den Neugründern der Apothekenkammer. Die Regierung ernannte ihn zum Pharmazierat. Darüber hinaus war er langjähriger Präsident der deutschen Sektion der Albertus-Magnus-Apothekergilde. 1951 wechselte man den Apothekenstandort. Man war fortan in der Bahnhofstraße beheimatet. Ernst Iskenius jun. eröffnete 1958 zusätzlich in der Augustastraße (heute: Lillers-Straße) eine zweite Apotheke: die Raphael-Apotheke, die bis 1974 bestand. 1987 übernahm in sechster Generation Maria-Regina Iskenius-Müller die Regie der Apotheke. Die Marien-Apotheke war somit bis 2009 im Besitz der Familie Iskenius. Seit 2010 wird sie vom Apotheker Ulf Ritter geführt. Nähere Informationen zum Fundstück des Monats finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichten.de          

 

Blick über die Diemelbrücke in die Niedermarsberger Augustastraße um 1960 – Zwischen den Gebäuden der Metzgerei Wrede und dem Amtshaus befindet sich die Raphael-Apotheke, die 1958 von Ernst Iskenius eröffnet wurde.


Das Bildnis der Postkarte aus der Zeit vor 1951 erlaubt einen Blick in die Apotheke der Familie Iskenius am Niedermarsberger Immenhof.
 

Brief des Landrats Droste zu Vischering aus 1862 an das Mitglied der Chaussee-Baukommission des Kreises Brilon: Apotheker Iskenius aus Marsberg.

Wasserzeichen/Siegel der Chaussee-Baukommission des Kreises Brilon

Der handschriftlich verfasste Brief des Landrats Droste zu Vischering aus 1862 an das Mitglied der Chaussee-Baukommission des Kreises Brilon: Apotheker Iskenius aus Marsberg.


Ein Brief aus Kassel von George Helmuth an den Apotheker Iskenius in Marsberg aus 1854

 

 


Eine Rechnung von George Helmuth aus Kassel ausgestellt auf den Marsberger Apotheker Iskenius, 1854.

 

 



Plattdeutsches aus dem Marsberger Stadtgebiet

Marsberg. In der Reihe „DO BISTE PLATT“ laden der Moderator Markus Hiegemann und der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ zu einer Sondersendung aus dem Marsberger Stadtgebiet ein. Im Bürgerfunk der Sauerlandwelle geht es wieder plattdeutsch zur Sache. Die Zuhörer dürfen gespannt sein, welche Marsberger Ortschaft die urtümliche Sprachweise unserer ländlichen Bevölkerung präsentiert. Die Sendung findet am Montag, dem 21. Juli 2014 von 21 bis 22 Uhr statt. Sie ist auf der UKW-Antennen-Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ zu hören. Im Hochsauerlandkreis ist Radio Sauerland zusätzlich noch über die Frequenz 107,4 MhZ im Kabelnetz vertreten. Alternativ und weltweit kann die Radiosendung über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden. Die nächste hochdeutsche Sendung aus Marsberg in der Reihe „Hiegemann unterwegs“ findet am 17. August 2014 statt. Weitere Sendungen und Ankündigungen unter: www.Sauerlandwelle.de  

Info: Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de

 

Das Foto zeigt das idyllisch-gelegene Diemelschlösschen in Helminghausen am Diemelsee. Die Aufnahme ist aus der Zeit um 1960. Als Besitzerin ist Gisela Peters auf der Rückseite des Fotos vermerkt.
 





Das komplette Programm:
17. Briloner Musik-sommer
Briloner Open Air
28. Briloner Altstadtfest 
 



Schützenkönig 2014 wurde nach nur 24 min. Vogelschießen mit dem 53. Schuß:
Lothar Rosenkranz
Königin ist:
Anne Kloke
Fizekönig ist Daniel Nowak

Schützenfest-Bilder gibt es auf
www.dirkhustadt.de/eventgalerien.htm



Kirchenschatz aus der LWL-Klinikkirche jetzt im Museum Haus Böttcher

Marsberg. Dieses Jahr jubiliert die LWL-Klinik Marsberg. 200 Jahre ist es her, dass das damalige Landeshospital in Niedermarsberg eröffnet wurde. Die Klinik gilt somit als erste und älteste Einrichtung dieser Art in Westfalen. Der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ hat sich zu diesem Anlass auf eine geschichtliche Spurensuche begeben und die ehemalige Kloster- und Kirchengeschichte durchleuchtet. Gleichzeitig wurde mit der Dipl.-Theol. Hildegard Himmel das Kircheninventar der LWL-Klinikkirche sowie des damaligen St. Johannesstiftes, der heutigen LWL-Kinder- und Jugendklinik, begutachtet. Zahlreiche Gewerke, u. a. der Maler Roland und ganz besonders die bekannten Bildhauer Larenz, schufen hier regelrechte Kunstwerke. Ein Teil an Figuren und Gegenständen ist allerdings heute nicht mehr im öffentlichen Erscheinungsbild der dortigen, kirchlichen Räumlichkeiten wiederzufinden. Die LWL-Klinik Marsberg entschied sich jetzt in Abstimmung mit den Fachabteilungen in Münster, diesen „verborgenen Kirchenschatz“ – lagernd in Kellern und auf Dachböden – wieder zugänglich zu machen. An Stelle der LWL-Klinik Marsberg befand sich ursprünglich ein Kapuzinerkloster. Am 29.11.1744 kamen die ersten Kapuziner aus dem Kloster Paderborn in Niedermarsberg an. Es war Pater Bonifatius Raesfeld mit dem Laienbruder Pazifikus aus Drewer. Sie wohnten anfangs in „Hillekens Haus“, das in der Nähe des heutigen Klinikgeländes im Weist stand. Auf der Tenne dieses Hauses hielten sie den Gottesdienst und spendeten die hl. Sakramente. Das Haus war aber, wie sich bald zeigte, auf die Dauer für den Gottesdienst wenig geeignet. Sie mussten deshalb an den Bau eines Klosters und einer Kirche denken. Da kam den Patres zur rechten Zeit Hilfe. Der „Hüttenfaktor“ Anton Wilhelm Todt schenkte ihnen einen geeigneten Bauplatz. Auf diesem Platz begannen die Kapuziner im Jahr 1750 mit dem Klosterbau. Am 30.07.1752 konnten die Patres das „Hillekensche Haus“, worin sie rund 7 ½ Jahre gewohnt hatten, verlassen, um in das neue Kloster einzuziehen. Ein Jahr später, am 17.07.1753 begannen sie mit dem Bau der Klosterkirche. Die Kirche wurde an derselben Stelle erbaut, an der später die Wohnung des Anstaltspfarrers und eines Arztes entstand. Der Keller unter der ersten Wohnung war der Totenkeller für die Patres. Die Baumaterialien wurden größtenteils von den Ruinen der alten Dionysiuskirche am „trockenen Ufer der Glinde“ genommen. Die Patres selbst nahmen emsig den Schiebkarren zur Hand, um die Steine herbeizuholen. Die Bürger der Stadt halfen ihnen dabei. Nach zweijähriger Bauzeit war die Kirche vollendet. Sie war geräumig, hoch und hell, einschiffig und mit schönem Sternengewölbe aus Tuffstein versehen. Sie hatte, wie alle Kapuzinerkirchen, statt des Turmes nur einen sogenannten Dachreiter mit einer Glocke. Am 23.10.1755 wurde die neue Kirche durch den Weihbischof von Paderborn, Franz Joseph Graf von Gondola, feierlich konsekriert. In dieser Kirche hielten die Patres, deren Zahl sich nach und nach auf 12 bis 15 vermehrt hatte, den Gottesdienst und spendeten die hl. Sakramente. Die alte Pfarrkirche in Niedermarsberg, die im Jahr 1043 erbaut und schon lange für die Gemeinde zu klein geworden war, wurde durch die Klosterkirche natürlich ganz bedeutend entlastet, zumal „die Pfarrkinder die neue Kirche gern besuchten“, so die Quellen. Nach der Säkularisation wurde das Kapuzinerkloster durch Dekret der Großherzoglich-Hessischen Regierung vom 27.12.1812 definitiv aufgehoben und in eine „Irrenanstalt“ umgewandelt. Die schöne Kirche wurde im Jahr 1818 bis auf den Chor abgebrochen, angeblich weil die Fundamente bei der großen Wasserflut am 27.06.1796 unterspült und die Gewölbe schadhaft geworden seien. In Wirklichkeit befürchtete man aber, dass die Unterhaltungskosten der geräumigen Kirche zu groß seien würden. Verschiedene Relikte aus Klosterzeiten und einige Teile des Klosterkircheninventars wurden auf umliegende Ortschaften und Kirchengemeinden verteilt. Der barocke Altar steht z. B. bis heute in der Pfarrkirche in Essentho. Der Kirchenchor allein blieb stehen und wurde zur Hauskapelle eingerichtet. Als solcher diente er bis zum 27.09.1869. An diesem Tag begann der Abriss des Chores. Es sollte eine neue Anstaltskirche entstehen. Der Abbruch des alten Chores erforderte einen Kostenaufwand von 153 Talern. Aus den verkauften Materialien ergab sich ein Erlös von 142 Talern. Am 22.05.1870 legte Dechant Theodor Caspari den Grundstein für die neue Kirche. Der Plan zu der Kirche stammte vom hiesigen Baumeister Gustav Terstesse. Die Bauarbeiten wurden vom Maurermeister Anton Gerlach ausgeführt. Die einschiffige Kirche ist im neugotischen Stil erbaut worden. Nach zweijähriger Bauzeit konnte der Kirchenbau vollendet werden. Am 27.05.1872 fand die feierliche Konsekrierung zu Ehren des Hl. Johannes von Gott durch den Weihbischof Joseph Freusberg aus Paderborn statt. Der Heilige wurde Patron, da er als Schutzheiliger der Hospitäler gilt. Der Hl. Dionysius wurde Mitpatron, da die Kirche zum großen Teil aus den Materialien der ursprünglichen Dionysiuskirche und der späteren Kapuzinerkirche erbaut war. Vier Jahre später wurde auf der Stelle der abgebrochenen alten Kapuzinerkirche ein Wohnhaus für den Anstaltsgeistlichen und für einen Arzt errichtet. Die im dortigen Totenkeller aufgefunden Gebeine der früheren Patres wurden am 23.07.1876 an der Südseite des Chores der neuen Kirche mit entsprechender Feierlichkeit beigesetzt. Der neugotische Altar der Kirche stammte aus der Werkstatt der Gebrüder Larenz. Die Kirche wurde später von dem Maler Ballin kunstgerecht dekoriert. Bei dieser Gelegenheit mauerte man das Fenster an der Südseite zu. Auf diesem neuen Mauerwerk malte man ein Bildnis des Christkönigs, umgeben von den Heiligen. Weitere Änderungen in und an der LWL-Klinikkirche erfolgten bis heute. Insgesamt wurden jetzt sieben Kirchenfiguren – darunter vier Herz-Jesu-Figuren aus Gips bzw. Holz, jeweils ein Bildnis des Hl. Josef, des Hl. Vinzenz von Paul sowie eine Figur „Maria-Himmelskönigin“ – an das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ dauerhaft übergeben. Ein wahres Schmuckstück ist der Aufsatz des ehemaligen, neugotischen Altars aus der Werkstatt der Bildhauer-Gebrüder Franz und Bernard Larenz. Verschiedene Konsolen, Postamente und Kerzenständer aus der LWL-Klinikkirche sowie ein großes Holzkreuz samt Korpus sind weitere Bestandteile, der jetzt an das Museum „Haus Böttcher“ übergebenen kirchlichen Gegenstände. Sie können – nach der Aufarbeitung und Restaurierung durch die Marsberger Fachfirma Scholand und Peez aus Oesdorf – in der neuen, großen Dauerausstellung des Museums mit zahlreichen „Kirchenschätzen“ aus der Bildhauerwerkstatt Larenz zu vielen weiteren Marsberger Ortschaften begutachtet werden. Wie in einer Kirche eingerichtet, werden dann u. a. auch ein Ambo, verschiedene Knie-, Sitz- und Betbänke sowie eine Bettafel der Vinzentinerinnen-Schwestern aus dem St. Johannesstift zu sehen sein. Weitere Informationen unter: www.Marsberger-Geschichten.de Alle Veranstaltungen im Jubiläumsjahr der LWL-Klinik sind unter www.lwl-klinik-marsberg.de auffindbar.  

 

Das "Irrenhaus" zu Niedermarsberg, vormals Kapuzinerkloster. Dieses Bildnis ist aus der Zeit vor 1829. Die Stiftskirche von Obermarsberg auf dem Eresberg besitzt noch den barocken Zwiebelturm
 

Das Foto wurde 1872 aufgenommen. Man schaut auf Niedermarsberg. Im Vordergrund sind die Gebäude der Westfälischen Klinik in doppelter „H-Form“ zu sehen. Hinter dem linken „H“ wird gerade die Anstaltskirche auf der ehemaligen Bleichwiese erbaut. Sie wurde aus dem Steinmaterial des Chores der alten Klosterkirche erstellt
 

Der neugotische Altar der Anstaltskirche nach
der Aufstellung durch die Bildhauer Franz und
Bernard Larenz.

Blick in die Anstaltskirche im Jahr 1936
– Die Fensterbilder des Chores sind
bereits zugemauert.
 


Geschäftsführerin Elvira Böttcher und Dipl.-Theol. Hildegard Himmel mit den übergebenen Figuren aus der LWL-Klinikkirche an das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“.   

 




Der Natur auf der Spur – Der VNV im HSK stellt sich übers Radio vor

Udorf/Obermarsberg. Ein wichtiger Baustein der Heimatpflege ist der Naturschutz. Der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ konnte nun die Mitglieder des „Vereins für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis (VNV)“, also die aktuellen Preisträger der NRW-Stiftung – ausgezeichnet mit dem sogenannten „Wegweiser“ –, für eine zweistündige Radiosendung gewinnen. Am Sonntag, dem 29.06.2014 findet von 19 bis 21 Uhr auf der Sauerlandwelle die Sendung in der Reihe „Hiegemann unterwegs“ unter der Devise „Der Natur auf der Spur“ statt. Moderator Markus Hiegemann interviewt Bernhard Koch, Johannes Schröder, Harald Legge und Richard Götte vom Vorstand des VNV zu Besonderheiten des Naturschutzes im HSK und ganz speziell in Marsberg. Sie stellen das rote Höhenvieh, das der Verein mit viel Engagement hält, schätzt und pflegt, vor. Die Viehbeweidung der Genossenschaft im und am Obermarsberger Priesterberg wird ebenfalls thematisiert. Viele Eindrücke gibt es zum Großprojekt „Udorfer Glockengrund“. Dieses Fleckchen Erde konnte der VNV mit Hilfe der NRW-Stiftung retten und durch den Schäfer „Bauer“ wird es bewirtschaftet. Rund 800 Schafe einer seltenen Landschafrasse verhindern, dass die artenreichen Magerrasen mit Büschen und Bäumen zuwachsen. Somit finden mehr als 40 Pflanzenarten, die auf der Roten Liste verzeichnet sind, im Glockengrund einen Lebensraum. Aber auch der Obermarsberger Priesterberg, der Wulsenberg, das Frohntal und das Hasental sind wichtige Naturschutzgebiete in Marsberg. Die Naturschützer sprechen über Obstwiesenschutz, genauso wie über ihre Saftpressen-Aktionstage, bis hin zu Arbeitseinsätzen an Kopfweiden. Richard Götte kennt sich als versierter Kenner mit Kartierungen aus. Er erhebt Statistiken über verschiedene Vögel und Pflanzen. Alle Ergebnisse fließen in die Forschung und in Naturschutzplanungen ein. Weitere Aktivitäten im gesamten HSK kommen von den Naturschützern während der Sendung auf die Agenda. Hier werden nur stichpunktartig das Naturschutzgroßprojekt Diemelsee, die Feuchtwiesen im Oberen Sauerland im Raum Winterberg und die Medebacher Bucht als Vogelschutzgebiet aufgezählt. Die Sendung ist in Marsberg und Umgebung über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de mitverfolgt werden. Die Redaktion von „Hiegemann unterwegs“ geht im Juli 2014 in die Sommerpause. Somit finden dann in diesem Sommermonat keine hochdeutschen Radiosendungen statt. Im August 2014 geht es aber – wie gewohnt – mit zahlreichen Themen zur Geschichte und zur Heimatpflege weiter. Die Radioreihe „DO BISTE PLATT“ findet immer – Woche für Woche – am Montag von 21 bis 22 Uhr mit Beiträgen aus verschiedensten Sauerländer Städten statt.   

Info: Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie im Nachgang der jeweiligen Sendung alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de   

 

Die Ansichtskarte aus Obermarsberg entstand in der Zeit um 1910. Zu sehen ist die „Rinderherde im Gebirge“ im Obermarsberger Priesterberg. Links oben befindet sich das Bergplateau der damaligen Stadt Obermarsberg.
 



Eine 120-jährige Patentschrift der Theodorshütte ist
Marsbergs Fundstück des Monats Juni 2014

Bredelar. Der „Industriestandort“ Bredelar war in früheren Zeiten mit der bedeutendste der Region. Viele neue Techniken wurden hier ausprobiert und sogar reichsweit patentiert. Im Kloster Bredelar war eine Eisengießerei angesiedelt. Hier wurde auch eine neue Maschine entwickelt, die in 1894 zum Patent kam. Die Patentschrift hierzu wurde jetzt an das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ übergeben. Das Patent mit der dazugehörigen Sammlung wurde nun vom Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ zu Marsbergs Fundstück des Monats Juni 2014 prämiert. Der Sauerlandkurier stellt die geschichtlichen Hintergründe exklusiv vor. In 1826 wurde der Gewerke Ulrich zunächst Erbpächter und schließlich in 1842 Eigentümer des säkularisierten Klosters in Bredelar. Er richtete in der Klosterkirche und in einem Teil der Gebäude eine Eisengießerei ein, die sogenannte „Theodorshütte“. 1877 wurde die Hütte an die Dortmunder Union AG verkauft. Diese funktionierte die Eisengießerei auf Koksbasis um. Im Jahr 1891 übernahm die Maschinenbau AG, vormals Beck & Henkel, die Gießerei. Die Firma Beck & Henkel wurde in 1878 in Kassel gegründet, 12 Jahre später, in 1889, firmierte man mit dem Namen: „Maschinenbau AG“. Damaliger Firmenzweck war der Bau von Kranen, Schlachthofeinrichtungen, maschinellen Einrichtungen von Kühl- und Abwasserreinigungsanlagen sowie von landwirtschaftlichen Maschinen (Volltorkrane, Dunggreifer). Die Firma spezialisierte den Betrieb im Kloster Bredelar auf hochwertige Gusswaren. Außerdem produzierte man Öfen und Ofenplatten. Für das Jahr 1894 ist der Bau einer ersten „Schmidt´schen-Heißdampf-Verbundmaschine mit Kondsation“ für eine schwedische Papiermaschine belegt. So eine Dampfmaschine befindet sich heute im Deutschen Museum. Im gleichen Jahr (1894) entwickelte die „Abtheilung Theodorshütte in Bredelar“ der Maschinenbau AG eine Kernformmaschine, die lt. der Patentschrift mit der Nummer 80807, „Klasse 31: Giesserei und Formerei“ am 09.06.1894 beim „Kaiserlichen Patentamt“ im Deutschen Reich patentiert wurde. Marsbergs Fundstück des Monats, die Patentschrift, weist das offizielle Ausgabe-Datum vom 04.04.1895 auf. Die neue Kernformmaschine hatte wesentliche Besserungen gegenüber bisherigen, bekannten Maschinen, so Engelbert Stratmann, der nähere Einzelheiten dem Marsberger Geschichtsverein erläuterte. Stratmann stammt aus Messinghausen und ist gelernter Handformer. Er war vor seiner Pensionierung Betriebsleiter und Gießereimeister. Vor dieser „Bredelarer-Patent-Erfindung“ mussten die Gusskerne beispielsweise durch ein Rohr gezogen werden um eine dementsprechende Form zu erhalten. Dieses benötigte man mit der neuen Technik nicht mehr. Die Patentschrift weiter: „…Bei der vorliegenden Kernformmaschine werden die Kerne in besondere, längsgetheilte Kernbüchsen eingestampft, die, in einen am Tisch angegossenen Cylinder oder Sitz eingesetzt, sammt dem Kern durch Kolben gehoben werden…“. Diese Längsteilung der Kernkästen war damals eine besondere Errungenschaft, so Engelbert Stratmann. „Heutzutage wird allerdings generell so praktiziert.“ Die so produzierten Kerne wurden genutzt, um gewisse Hohlräume in Gussstücken zu schaffen, beispielsweise bei Zahnrädern oder für Maschinenständer. Großer Vorteil nach dem neuen Patent war, dass „die durch die beschriebene Maschine hergestellten Kerne äußerst exact sind und infolge ihrer gleichmäßigen Dichtigkeit der Luft beim Gießen leicht Abzug gewähren, wobei der Guß stets ein sicherer und dichterer wird.“ Vorherige Kerne waren in der Form, in den Maßen sowie der Stärke teils total unterschiedlich. Hinzu kam, dass der Guss meistens sogar im Rohr stecken blieb, was für den Gießer schon fast katastrophal war. Der Betrieb im ehemaligen Kloster Bredelar florierte, bis es in 1929/31 zu einer weltweiten Krise kam. In 1931 erfolgte die Stilllegung der Gießerei im Kloster Bredelar. 1932 wurden schon große Teile von Produktionsmaschinerien aus Bredelar abtransportiert. Anfang 1938 verkaufte die Maschinenbau AG die Theodorshütte in Bredelar. Die letzte ordentliche Hauptversammlung der Aktiengesellschaft wurde am 28.07.1943 gehalten. Nähere Informationen zum Fundstück des Monats finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichten.de        
 

Die Abbildung zeigt den Kopf der Patentschrift Nr. 80807 der Maschinenbau AG, vorm. Beck & Henkel, Abteilung Theodorshütte in Bredelar vom 09.06.1894.
 

Die der im Anhang der Patentschrift beigefügten Zeichnungen bilden die Technik der in Bredelar entwickelten Kernformmaschine aus 1894 ab.
 

Die Postkarte aus der Zeit um 1900 zeigt das „Alte Kloster Bredelar“, zu diesem Zeitpunkt: „Eisengießerei Theodorshütte“ der Maschinenbau AG, vormals Beck & Henkel.
 


Eine Aktie der Maschinenbau AG, vormals Beck & Henkel, Kassel, über 1.000 Reichsmark aus dem November 1941.

 



Weltkulturerbe Corvey
– Historische Beziehungen zu Obermarsberg

Obermarsberg/Corvey. Herzlichen Glückwunsch – Wir sind Weltkulturerbe! Westfalen kann ab sofort eine erste Weltkulturerbestätte aufweisen. Am Samstag hat die UNESCO das Kloster Corvey zum Weltkulturerbe ernannt. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen gab dieses in Doha im Golfstaat Katar bekannt. Deutschland hatte die im Jahr 822 gegründete Benediktinerabtei nominiert. Die Abtei gehörte zum geistigen und religiösen Zentrum des damaligen Frankenreiches. Die Anlage mit dem karolingischen Westwerk stand seit 1999 auf der Warteliste für Welterbestätten der deutschen UNESCO-Kommission. Kloster Corvey geht auf die Gründung Ludwig des Frommen zurück, eines Sohns Karls des Großen, der mit diesem Reichskloster den Anspruch über das eroberte Sachsenland festigen wollte. Und was hat das Ganze jetzt mit Obermarsberg zu tun? Die historischen Beziehungen Obermarsbergs zum Kloster Corvey sind seit der Entstehung dieses Reichsklosters eng miteinander verknüpft. Der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ hat die vielen Verbindungen vorangegangener Jahrhunderte zwischen Corvey und Obermarsberg durchleuchtet. Das in den Zeiten Karls des Großen (780) gegründete Benediktinerkloster auf der Eresburg (heutiges Obermarsberg) – das Erste im Sachsenland – wurde im Jahr 826 in das Kloster Corvey inkorporiert. Unter der Bezeichnung Propstei existierte eine monastische Gemeinschaft bis zur Aufhebung in 1803 (Säkularisation). Der Marsberger Propst war vollberechtigtes Mitglied des Konvents in Corvey. Die Mitglieder des Konvents in Marsberg entstammten zumeist dem niederen Adel der Region. Der Propstei inkorporiert waren die Pfarreien in Niedermarsberg und Thülen. Für das Jahr 1081 ist Erkenbert von Homburg als erster namentlich bekannter Propst von Obermarsberg belegt. Später in 1107 wurde er Abt von Corvey. Weitere Pröpste in Marsberg waren spätere Äbte oder auch teils vorher Dechanten in Corvey. Neben Abt Erkenbert von Corvey trifft dieses noch für Propst Henrich (1090 Propst in Marsberg, vorher Dechant in Corvey), Propst Thimo (1247 Marsberger Propst, später Abt in Corvey) oder Johann Christoph von Brambach (1618, 1620 Propst in Marsberg, später Abt in Corvey) zu. 1115 empörten sich die Bewohner Obermarsbergs zum ersten Mal gegen die Mönche. Daraufhin veranlasste der Corveyer Abt Erkenbert den Arnsberger Grafen Friedrich I. die Siedlung anzugreifen und die Befestigungen zu zerstören. Auch der erste urkundliche Beleg zum Marsberger Erzabbau stammt aus jenem Jahrhundert. Die Erze des Eresberger Raumes konnten laut verliehener Urkunde König Konrad III. zugunsten des Abtes Wigbold von Corvey aus dem Jahr 1150 abgebaut werden. In 1155 bestätigte Papst Hadrian IV. der Abtei Corvey den Besitz der Eresburg samt dem Zehnten in einem Umkreis von 2 Meilen. Ab 1176 war die Kirche der im Tal entstandenen Siedlung Horhusen (Niedermarsberg) dem Stift auf dem Eresberg, also Corvey unterstellt. Im Jahr 1205 beginnen die Arbeiten zum Bau einer bedeutenden Festungsanlage durch das Kloster des Eresberges unter Abt Thetmar von Corvey. Das Obermarsberger Stift zählt im Jahr 1325 den Höchststand an Mitgliedern – 12 Konventuale einschließlich des Propstes. Viele weitere Verbindungen zwischen Corvey und Obermarsberg sind bis zur Säkularisation und Aufhebung des Obermarsberger Klosters in 1803 belegt. In der heutigen Stiftskirche gibt es noch weitere Relikte aus und zu Corveyer Zeiten. Im Bereich des Chores der Obermarsberger Kirche befindet sich das Grabmal des Corveyer Abts Heinrich von Aschenbroich, der nach seiner Resignation im Obermarsberger Stift lebte und dort 1626 verstarb. In einem Kirchenfensterbild sind die Wappen Corveys und Obermarsbergs Seite an Seite zu sehen. All dieses kann man im Rahmen von Stadtführungen durch Obermarsberg, die die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ anbieten und die unter www.Marsberger-Geschichten.de oder unter Telefon 02992-1465 kostenlos gebucht werden können, erfahren. Dank der ursprünglichen, gemeinsamen Geschichte kann sich Obermarsberg zu Recht als Stätte Corveys bezeichnen lassen und ist somit vielleicht eine aus der Geschichte gesehene Nebenstätte eines aktuellen Weltkulturerbes?   

 


Dieses Luftbild zu Obermarsberg aus der Zeit um 1945 zeigt die Stiftskirche, das ehemalige Benediktinerkloster und die daran angrenzende ehemalige Zehntscheune.
 

Das Fensterbild in der Stiftskirche von Obermarsberg: Es zeigt die Wappen von Corvey und Marsberg Seite an Seite und ist auf die engen Beziehungen dieser beiden Orte zurückzuführen.

 

 

Die Totentafel: „Christoph von Bellinghausen“ befindet sich im Stift Obermarsberg. Bellinghausen war von 1678 bis 1696 Abt von Corvey. Unter seiner Regierung wurde der Wiederaufbau der Stiftskirche von Obermarsberg nach dem 30-jährigen Krieg und dessen immensen Zerstörungen vollendet. Die Tafel ist Anno 1697 datiert. Sie ist 85 x 85 cm groß.






Extra-Platt aus Marsberg

Marsberg. Zu einer Extra-Ausgabe in der Reihe „DO BISTE PLATT“ laden der Moderator Markus Hiegemann und der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ ein. Im Bürgerfunk der Sauerlandwelle wird es diesmal eine plattdeutsche Überraschungssendung geben. Die Zuhörer dürfen gespannt sein, welche Marsberger Ortschaft die urtümliche Sprachweise unserer ländlichen Bevölkerung präsentiert. Die Sendung findet am Montag, dem 23. Juni 2014 von 21 bis 22 Uhr statt. Sie ist auf der UKW-Antennen-Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ zu hören. Im Hochsauerlandkreis ist Radio Sauerland zusätzlich noch über die Frequenz 107,4 MhZ im Kabelnetz vertreten. Alternativ und weltweit kann die Radiosendung über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden.

Info: Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de

 

Der städtische Ziegenhirt August Flamme mit seiner Herde beim Auszug zu den Weiden außerhalb des Ortes – Die Aufnahme entstand am ehemaligen Standort des südlichen Stadttores von Obermarsberg in den 1940er Jahren. Das jährliche Gehalt des Ziegenhirten lag bei 238 Mark.
 



Radiosendung – Marsberg und der I. Weltkrieg –

100 Jahre später: Deutsch-Französische Freundschaft

Marsberg. 100 Jahre nach dem I. Weltkrieg besteht zwischen den Partnerstädten Marsberg und Lillers eine dicke Freundschaft. Den heutigen Freunden liegt es ganz besonders am Herzen diese nicht mehr wegzudenkenden Verbindungen und Kontakte zu stärken. Um die Freundschaft zwischen Franzosen und Deutschen zu festigen, muss man sich aber auch kritisch mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Vor rund 100 Jahren brach der I. Weltkrieg aus und Deutschland und Frankreich kämpften als damalige Erbfeinde gegeneinander. Die Geschichte zum Thema „Marsberg und der I. Weltkrieg“ wird nun in einer zweistündigen Sendung der Sauerlandwelle präsentiert. In Zusammenarbeit mit dem Bürgerfunk-Moderator Markus Hiegemann und dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ sprechen die Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesprächsrunde Marsberg, Schullehrer und weitere Heimatfreunde verschiedenste Themen an. Neben Geschichtlichem fließen auch Aspekte und Programmpunkte des Aktionstages in und um der Hauptschule Marsberg am 31.05.2014 in die Sendung mit ein. Die Sendung soll aber auch Eindrücke zu der dort gezeigten Ausstellung, die ab dem 28.07.2014 nochmals in der Volksbank Marsberg zu sehen ist, vermitteln. Viele Sprecher sind mit von der Partie. Vom Vorsitzenden der Deutsch-Französischen Gesprächsrunde Marsberg, Michael Bader, über Bettina Guyon, Jürgen Kuttig, jugendlichen Fußballspielern, Simone Köster, Karl-Heinz Berger, Andreas Karl Böttcher, Wolfgang Kleffner und den Hauptschülern Marsbergs, Dr. Knut Linsel und seinen Schülern des Carolus-Magnus-Gymnasium Marsberg, Friedrich Petrasch, Corinne Weppe bis zu weiteren Lillerois gibt es Wissenswertes zu erfahren. Die Radiosendung in der Reihe „Hiegemann unterwegs“ steht unter dem Leitgedanken „Erinnern um zu mahnen!“. Die heutige, gelebte Freundschaft zwischen Marsberg und Lillers wird zwei Stunden lang über Radio Sauerland am Donnerstag, dem 19.06.2014 (Fronleichnam) zwischen 19 und 21 Uhr zu hören sein. Die Sendung ist in Marsberg und Umgebung über die UKW-Antennen-Frequenzen 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ empfangbar. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de mitverfolgt werden.

 

Lehrer Dr. Knut Linsel sowie 2 Schülerinnen des Gymnasiums im Gespräch mit dem Moderator Markus Hiegemann während des Aktionstags am 31.05.2014.



WDR 5 in Obermarsberg –
Karl der Große auch nach 1.200 Jahren noch aktuell

Obermarsberg. 2014 geht als Karls-Jahr in die Geschichte Obermarsbergs ein. Jetzt konnte der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ den WDR zu einer Stadtführung durch die historischen Stätten Obermarsbergs begrüßen. Redakteurin Christina Jahnich begleitete den Vorsitzenden des Geschichtsvereins: Andreas Karl Böttcher und erfuhr Wissenswertes zur alten sächsischen Volksburg, der Eresburg, und natürlich zu Karl dem Großen. In der Reihe „Thema NRW“ werden die Beiträge aus Obermarsberg am Freitag, dem 13.06.2014 von 15:05 Uhr bis 16:00 Uhr auf den Frequenzen von WDR 5 ausgestrahlt. In der Sendung „Karl der Große – auch nach 1.200 Jahren noch aktuell“ gibt es auch noch weitere Beiträge zu den Stätten Karls, beispielsweise aus Aachen und Paderborn. WDR 5 ist über die Frequenzen 95,8 oder 98,6 MhZ in Südwestfalen empfangbar. Die Ostwestfalen-Lippe-Frequenz lautet 90,6 MhZ (Antenne). Weitere Informationen zu der Sendung und das Web-Radio findet man unter www.WDR5.de  Alle Nachteulen und Frühaufsteher können die Wiederholung der Sendung am Samstag, dem 14.06.2014 ab 3:05 Uhr nochmals hören.         

 

WDR 5 in Obermarsberg während einer Stadtführung: Andreas Karl Böttcher, Redakteurin Christina Jahnich und August Heuel kommen ins Gespräch.  
 


Marsberg und der I. Weltkrieg –
Die große Ausstellung kehrt ab dem 28.07.2014 in die Volksbank ein

Marsberg. „Zahlreiche Besucher aus dem weiten Umkreis rund um Marsberg haben unsere Ausstellung zum I. Weltkrieg in der Hauptschule Marsberg besucht“, so resümierten Karl-Heinz Berger (DFGR), Wolfgang Kleffner (Hauptschule), Andreas Karl Böttcher (Museum Haus Böttcher) und Norbert Becker (Ortsheimatpfleger in Padberg) als Hauptorganisatoren vom Arbeitskreis der großen Weltkriegsausstellung. Die Ausstellung, die am Aktionstag der Deutsch-Französischen Gesprächsrunde (DFGR) am 31.05.2014 innerhalb eines offiziellen Aktes mit dem stellvertretenden Bürgermeister Johannes Wüllner und rund 150 Gästen um 14 Uhr eröffnet wurde, verweilte 4 Tage lang in der Aula der Hauptschule, bevor sie am Mittwoch abgebaut wurde. Ein Teil der Ausstellung wandert nämlich im Rahmen des Gegenbesuches der Marsberger mit in die französische Partnerstadt nach Lillers. Insgesamt kamen während der kurzen Öffnungszeit deutlichst über 1.000 Besucher in die Aula der Hauptschule. Den Großteil hiervon stellten alleine 19 Schulklassen der Haupt- und Realschule sowie des Gymnasiums mit ihren Geschichtslehrern für die Klassen des 7. bis 10. Schuljahres sowie der Oberstufen des Gymnasiums. Mit einem klaren Lehrauftrag unter der Devise „Erinnern um zu mahnen!“ begutachteten die Schüler die Fotos und Informationen der Stellwände zum Thema: „Der I. Weltkrieg und Marsberg“ sowie die Exponate der Vitrinen. Zahlreiche Anfragen von weiteren Schulklassen auch von Schulen der umliegenden Städte Marsbergs sowie von interessierten Bürgern liegen bereits jetzt vor und so liegt es auf der Hand, dass die Ausstellung in ähnlicher Form nochmals in Marsberg gezeigt wird. Nicole Vorneweg (Marketing der Volksbank Marsberg) besuchte am Montag die Ausstellung in der Hauptschulaula und zeigte sich beeindruckt von den vielen Ausarbeitungen der Schüler und der Heimatfreunde. Sie freut sich, dass viele weitere Interessierte die Ausstellung vom 28.07.2014 bis 10.08.2014 in der Hauptstelle der Volksbank Marsberg während den Bank-Öffnungszeiten nochmals besuchen können. Informationen zur Ausstellung und Fotos gibt es unter www.Marsberger-Geschichten.de                 

 

Realschul-Lehrerin Peine mit einer ihrer Schulklassen in der großen Ausstellung zum Thema: „Marsberg und der I. Weltkrieg“.



Marsberg und der I. Weltkrieg – Ausstellung ab 31.05.2014 in der Hauptschule

Marsberg. Genau einen Monat nach dem Attentat auf ihren Thronfolger Franz Ferdinand am 28.06.1914 in Sarajevo rückte Österreich am 28.07.1914 gegen Serbien vor. Das Deutsche Reich als Verbündete Österreichs erklärten daraufhin am 01.08.1914 Russland und zwei Tage später Frankreich den Krieg. Vor 100 Jahren brach somit der I. Weltkrieg aus. Unter dem Thema „Männer an der Front – das Leben der Frauen und Kinder daheim“ findet hierzu in der Hauptschule Marsberg eine umfangreiche Ausstellung statt. Im Altkreis Brilon wird die Marsberger Ausstellung, die Erste dieser Art sein. Die Deutsch-Französische Gesprächsrunde Marsberg erinnert zusammen mit der Marsberger Partnerstadt Lillers in Form eines Aktionstages am 31.05.2014 an den Ausbruch des I. Weltkrieges. An diesem Tag wird ab 14 Uhr auch die Ausstellung mit Eindrücken zum Leben der Menschen an der Front sowie daheim in Marsberg vor rund 100 Jahren eröffnet. Die Arbeitskreismitglieder Wolfgang Kleffner, Karl-Heinz Berger, Norbert Becker und Andreas Karl Böttcher sichteten hierzu umfangreiches Material und konzipierten hieraus eine für Marsberg außerordentliche, interessante Ausstellung. In Zusammenarbeit und mit einigen Leihgaben von Ortsheimatpflegern, Chronisten und weiteren Heimatfreunden in der Stadt entstand diese sehenswerte Ausstellung. Den Grundstock der Ausstellung mit vielerlei Exponaten stellt das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“. Zusätzlich haben Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Marsberg in den letzten Monaten historische Daten von Marsberg und seinen Ortschaften um 1914 zusammengetragen. Die Schüler des Carolus-Magnus-Gymnasiums mit ihrem Lehrer Dr. Knut Linsel und des Lycée Anatole France gründeten eine Schreibwerkstatt. Diese Ergebnisse kommen natürlich am Aktionstag und im Rahmen der Ausstellung zur Präsentation. Auch die Gäste aus Lillers tragen mit einer bunten, weltweitreichenden Briefmarkensammlung zum Thema I. Weltkrieg bei. Die Ausstellung wird dreigeteilt sein. Zum einen können die Besucher den Zeitgeist, den Pomp und den Kult um den Kaiser und dessen Familie sowie um die damaligen Generäle des Reiches umrahmt von den damaligen Nationalfarben „schwarz-weiß-rot“ erleben. Zum anderen lassen Exponate und Mitbringsel von Soldaten das kriegerische Leben und die schrecklichen Szenen an der Front erahnen. Der dritte Teil der Ausstellung gibt Einblicke auf die Notzeiten im Deutschen Reich und in Marsberg, die bereits während des Krieges entstanden und sich bis tief in die 1920er Jahre festsetzten. Aber auch zahlreiche Werke und Kriegerehrenmäler der Marsberger Bildhauer Larenz werden zu sehen sein. Die Ehrenmäler spiegeln die damalige, öffentliche Trauerbewältigung und das Gedenken der Bevölkerung an die schmerzlichen Verluste gefallener Marsberger Soldaten wider. Weitere Exponate erlauben Einblicke in eine damalige Kinderstube. Hier wurde schon den Kleinsten kriegerisches Denken vermittelt. Vieles Mehr kommt an den Ausstellungstagen ans Tageslicht. Die Ausstellung in der Hauptschule Marsberg wird am Samstag, dem 31.05.2014 von 14 bis 19 Uhr geöffnet sein. Am Sonntag, dem 01.06.2014 geht es von 11 bis 16 Uhr weiter. Am Montag, dem 02.06.2014 und Dienstag, dem 03.06.2014 sind ganz besonders alle Schulklassen von 9 bis 12 Uhr herzlich eingeladen die Ausstellung zu besuchen. Anmeldungen nimmt hierzu Wolfgang Kleffner in der Hauptschule unter Tel. 02992-8976 gerne entgegen. Am Pfingstwochenende findet von den Marsbergern ein Gegenbesuch in der Partnerstadt Lillers statt. Somit wird die Ausstellung in der Hauptschule schon am Mittwoch, dem 04.06.2014 wieder abgebaut, da ein Teil der Ausstellung mit nach Frankreich geht und dort in ähnlicher Form gezeigt wird. In Marsberg ist sie dann von Ende Juli bis Anfang August 2014 nochmals zu sehen.

 


Diese Feldpostkarte spiegelt den Zeitgeist um die Anfangseuphorie zu Beginn des I. Weltkrieges wider. Man war sich siegessicher. Die Karte wurde am 12.10.1914 in Bredelar abgestempelt und verschickt
 

Dieser „Gruß aus Padberg“ zeigt Padberger Schulkinder, die Feldpostpäckchen für die Padberger Soldaten an der Front zusammenstellen. Das Bildnis ist aus 1915. Foto: Norbert Becker, Ortsheimatpfleger von Padberg.
 

Die Postkarte bildet das Kriegslazarett „Johannesstift“ in Niedermarsberg um 1915 ab


Ein Exponat der I. Weltkrieg-Ausstellung vom Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ zur Verfügung gestellt: Original-Spielzeug aus der Kinderstube – Ein Königsjäger (Reiter).

 

Die Postkarte erstellte der Bildhauer Bernard Larenz aus Niedermarsberg im April 1917. Der Schutzpatron der deutschen Soldaten, der Heilige Michael trägt Hindenburg im Schilde. Damalige Meinung: Da „Hass und Neid“ (links und rechts unten abgebildet) auf Deutsche einwirken würden, könne auch kein Friedensangebot abgegeben werden. Der preußische Adler fliegt unter dem Heiligen Michael. Er hat lt. Larenz-Zeichnung schon die Schlangen sowie den russischen Bären und den gallischen (französischen) Hahn zur Strecke gebracht.

 

Postkarte nach Zeichnungen des Bildhauers Bernard Larenz aus dem Jahr 1915. Im linken Teil ist im Hintergrund der Niedermarsberger Bilsteinturm und die Obermarsberger Stiftskirche zu erkennen.
 



Vom Kapuzinerkloster zum Kompetenzzentrum für seelische Gesundheit –
Die Marsberger LWL-Einrichtungen stellen sich im Radio vor

Region Marsberg. 200 Jahre ist es her, dass das damalige Landeshospital im Jahr 1814 in Niedermarsberg eröffnet wurde. Zuvor war bis 1812 in dem ehemaligen Gebäude der Kapuziner ein Kloster eingerichtet. Die LWL-Klinik Marsberg, so lautet die heutige Bezeichnung, ist somit eine der ältesten Psychiatrien Deutschlands. Dieses nehmen der Moderator Markus Hiegemann in Zusammenarbeit mit dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ zum Anlass, um die Geschichte, die Gegenwart und auch die Zukunft der LWL-Klinik und den daraus entstandenen Marsberger Einrichtungen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) zu würdigen. Immerhin ist der LWL mit seinen Standorten nicht nur der größte Arbeitgeber in Marsberg, sondern auch für die großräumige Umgebung des westfälischen und waldeckischen Landes. Im Bürgerfunk auf der Sauerlandwelle findet während der zweistündigen Radiosendung zu den Marsberger LWL-Standorten in der Reihe „Hiegemann unterwegs“ am Donnerstag, dem 29. Mai 2014, also am Christi-Himmelfahrtstag (Vatertag), eine Zeitreise „Vom Kapuzinerkloster zum Kompetenzzentrum für seelische Gesundheit“ statt. Viele Sprecher aus den fünf LWL-Einrichtungen sind mit von der Partie. Unter dem Motto „Der LWL in Marsberg stellt sich vor“ referiert Pflegedirektorin Hildegard Bartmann-Friese zur weitreichenden Geschichte der Kliniken und zu aktuellen Themen der Erwachsenenpsychiatrie. Zum Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendpsychiatrie spricht Diplom-Pädagoge Florian Bredt. Auch Patient „Mike“ kommt hier zu Wort. Informatives zum Therapiezentrum erklären Hubertus Gerlach, stv. Pflegedirektor, und Hans-Werner Tanner, stv. Therapeutischer Leiter. Gabriele Wacker, stv. Leiterin des LWL-Wohnverbunds Marsberg, Gertrud Gerlach, Teamleitung Ambulant Betreutes Wohnen/Familiäre Pflege, Therese Spiekermann, Mitglied einer betreuenden Familie aus der Familiären Pflege, Kathrin Rittmeier, Team-Leitung Arbeits- und Tagesförderstätten und Christel Schröder, Mitarbeiterin im Pädagogisch-Psychiatrischen Fachdienst, sprechen zu Themen rund um den  LWL-Wohnverbund Marsberg. Eyk Schröder, Leiter LWL-Pflegezentrum, Bernd Pape, Pflegedienstleitung, Peter Dicke, Wohnbereichsleitung und stv. Pflegedienstleitung sowie Claudia Legge, Leiterin gruppenübergreifender Dienst, stellen das LWL-Pflegezentrum „Haus Stadtberge“ vor. Von den vielen Aktionen im diesjährigen Jubiläumsjahr weiß Matthias Hüllen, Beauftragter für Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, zu berichten. Weitere interessante Informationen zu den LWL-Einrichtungen in Marsberg in punkto „Der LWL als Arbeitgeber“ haben Pflegedirektorin Hildegard Bartmann-Friese und Anne Rabeneck, Personalentwicklung/QM-Pflege, parat. Die Radiosendung wird am Vatertag (29.05.2014) von 19 bis 21 Uhr ausgestrahlt. Sie ist auf der UKW-Antennen-Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ bzw. über die Kabel-Frequenz 107,4 MhZ zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden.

Info: Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie im Nachgang der jeweiligen Sendung alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de 

 

Das wahrscheinlich älteste Foto zur Stadt Niedermarsberg aus dem Jahr 1869 erlaubt einen Blick auf
die damaligen Anstaltsgebäude im Vordergrund. Zu sehen ist links neben den gerade neu entstanden Gebäuden in „doppelter H-Form“ noch das alte Kapuzinerkloster mit seiner Kirche. Das heutige Wahrzeichen von Marsberg, der Bilsteinturm, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht erbaut.
 

Matthias Hüllen, Elvira Böttcher und Markus Hiegemann (v. l. n. r.) freuen sich auf die Radiosendung zur LWL-Klinik Marsberg am Vatertag.
 


VW-Sparer erhielten Unterstützung aus Erlinghausen
Marsbergs Fundstück des Monats Mai 2014
sind die Unterlagen eines 40.000 Mitglieder starken Vereins

Niedermarsberg/Erlinghausen. In Marsberg wurde schon immer Geschichte geschrieben. Der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ erhielt jetzt Zuwachs für die Sammlungen vom Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“. Genauer gesagt in Form von verschiedenen Urkunden, Satzungen und sonstigem Schriftverkehr zu einem 40.000 Mitglieder starken, bundesweit agierenden Verein mit Sitz in Erlinghausen. Dieses Sammelsurium wurde nun zu Marsbergs Fundstück des Monats Mai 2014 prämiert. Der Sauerlandkurier stellt die geschichtlichen Hintergründe exklusiv vor. Der als Volkswagen geplante KdF-Wagen war eines der wichtigsten Projekte der nationalsozialistischen Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF). Das Auto sollte mit 990 Reichsmark für jedermann erschwinglich sein. Urheber dieses VW-Käfer-Vorläufers war Ferdinand Porsche. Ab 01.08.1938 konnten wöchentlich Sparmarken für diesen Wagen im Wert von 5 Mark erworben werden. Nach dem Erreichen der Kaufsumme sollten die Sparer dann ein Fahrzeug erhalten. Am 26.05.1938 hatte man mit dem Bau des VW-Werkes in der Nähe von Fallersleben begonnen und am 01.07.1938 hierzu eine neue Stadt gegründet. Das heutige Wolfsburg. Zu Beginn des II. Weltkriegs wurde die Fertigung des KdF-Wagens zurückgestellt. Militärfahrzeuge wurden stattdessen produziert. Keiner der VW-Sparer erhielt ein eigenes Auto. Die bis zum Krieg gebauten 630 Wagen gingen stattdessen an das Deutsche Afrikacorps, die Luftwaffe sowie an zivile Dienststellen. Nach dem Krieg verloren die Anrechtsscheine der VW-Sparer im Gesamtwert von über 280 Millionen Reichsmark, die von etwa 340.000 Personen (davon alleine 70.000 nach 1939) erworben worden waren, ihren Wert. Ab 1948 versuchten die Sparer sich zur Wehr zu setzen. Einer von ihnen war Karl Stolz aus Erlinghausen. Dieses belegen die Unterlagen von Marsbergs Fundstück des Monats Mai 2014. Zusammen mit dem Kaufmann Rudolf Meichsner aus Berlin-Spandau ging er gegen den mächtigen VW-Konzern vor. Gegründet wurde am 07.10.1948 ein Hilfsverein für ehemalige Volkswagen-Sparer. Sitz dieser Vereinigung war Niedermarsberg. Die Hauptgeschäftsstelle war in Erlinghausen. Ziel des Vereins war die Durchsetzung der „berechtigten Ansprüche“ der Sparer. Der Mitgliedsbeitrag lag bei 50 Pfennig im Monat. Die eingenommenen Beträge dienten der Finanzierung des Prozesses gegen VW. Vor Gericht zeigte sich für die tausenden von VW-Sparern Karl Stolz kämpferisch: „Man kann es drehen wie man will, mich wird man nicht los.“ Den beiden Musterklägern und den 40.000 Mitgliedern des Vereins schien es nach zwölf Jahren des Prozessierens durch neun Instanzen genug der Mühe. Der Karlsruher Bundesgerichtshof behandelte dieses Thema alleine vier Mal. Unter dem Senatspräsidenten Dr. Kurt Pagendarm kam es 1961 zum endgültigen Vergleich. Da das VW-Werk aber niemals in den Besitz der Gelder gelangte, die auf einem Sperrkonto der Bank der Deutschen Arbeit verbucht waren, wurde eine Rechtsanspruch ausgeschlossen. Das Angebot seitens VW war ein Rabatt an alle ehemaligen Sparer in Höhe von 600 DM beim Kauf eines neuen Fahrzeugs zu gewähren. Wer keinen neuen Wagen kaufen wollte oder konnte, erhielt lediglich 100 DM ausbezahlt. VW-Chef Nordhoff damals: „Wir sind heilfroh, wenn wir die Sache in den nächsten Jahren hinter uns bringen!“ Denn VW musste sich auch verpflichten, dass monatlich für die ehemaligen Sparer 1.000 Wagen zur Befriedigung bereit standen. Richter Pagendarm machte den Sparern Mut: „Ich habe den Eindruck, dass das VW-Werk weit mehr als 12.000 Wagen im Jahr liefern wird.“. Somit hätte sich die Abwicklung des Vergleichs bei 120.000 Wagen über 10 Jahre hingezogen. Der Hilfsverein der ehemaligen VW-Sparer wurde im November 1962 in einer Versammlung im „Deutschen Haus“ in Niedermarsberg aufgelöst. Darauf erfolgte die Liquidation des Vereins. Immerhin konnten rund 135.000 ehemalige Sparer einen Nutzen aus dem geschlossenen Vergleich ziehen. Darunter natürlich auch die 40.000 Mitglieder des Hilfsvereins unter der Regie von Karl Stolz. Nähere Informationen zum Fundstück des Monats finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichten.de          

 

Marsbergs Fundstück des Monats Mai 2014: Ein Schreiben an die Mitglieder des Hilfsvereins ehemaliger VW-Sparer aus dem Jahr 1952.  
 

Ein Blick in die Hauptstraße in Niedermarsberg um 1950 mit Personenkraftwagen der damaligen Zeit.
 

Druckkarte des Hilfsvereins ehemaliger Volkswagen-Sparer e. V.: Das Motto der Vereinigung lautete „Vereinte Kraft – Das Recht uns schafft!“.
 

Ein weiterer Slogan des Vereins: „Wer sich um sein Vertragsrecht nicht kümmert, läuft Gefahr, daß sein Recht als verwirkt erklärt werden könnte!“.
 

Die Satzung des Hilfsvereins ehemaliger VW-Sparer vom 16.01.1952.
 

2. Teil der Satzung des Hilfsvereins ehemaliger VW-Sparer vom 16.01.1952.
 


Bei Simons wird plattdeutsch gesprochen
 

Erlinghausen. In der Königstraße 29 von Erlingsen wird noch regelmäßig platt gekürt. Dieses ist Grund genug für den Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ und dem Bürgerfunk-Moderator Markus Hiegemann in der Sendereihe „DO BISTE PLATT“ einmal vorbeizuschauen. An der großen Kaffeetafel bei Familie Simon präsentieren die Gastgeberin Marlis Simon und ihre Freundin Helga Hess alias „Liesbeth und Treschen“ unsere urtypische, ländliche Sprache innerhalb einer einstündigen Radiosendung. Der Zuhörer darf gespannt sein, was dieses eingespielte Duo aus ihrem Heimatort von anno dazumal zu berichten weiß. Natürlich stehen die zahlreichen Feiertage im Mai und Juni rund um Erlinghausen im Mittelpunkt ihres Gesprächs. Es wird sogar auch gesungen. Die plattdeutsche Sendung der Sauerlandwelle findet am Montag, dem 19. Mai 2014 von 21 bis 22 Uhr statt. Sie ist auf der UKW-Antennen-Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ zu hören. Im Hochsauerlandkreis ist Radio Sauerland zusätzlich noch über die Frequenz 107,4 MhZ im Kabelnetz vertreten. Alternativ und weltweit kann die Radiosendung über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden. Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de


Die Postkarte von Erlinghausen ist aus der Zeit um 1960





Fischereigesellschaft „Eresburg“ kommt seit 90 Jahren
zum Angeln von Lüdenscheid nach Obermarsberg

Obermarsberg/Lüdenscheid. Vielen Verkehrsteilnehmern, die von Obermarsberg aus die „Lange Ricke“ befahren und anschließend die Nepomuk-Brücke passieren, sind sie bestimmt schon ins Auge gefallen. Unter dem mächtigen Kastanienbaum auf der Wiese bei der Diemel stehen sie regelmäßig. PKWs mit Dortmunder- oder Märkischen-Kreis-Kennzeichen. Hierzu stehen Angler vereinzelt am Uferrand. Aber keine Sorge. Hier geht alles mit rechten Dingen zu! Und das schon seit nunmehr 90 Jahren. Die Diemelfischerei war und ist sehr beliebt. Seit dem 09. Mai 1924 kommen sie mittlerweile in jeder freien Minute nach Obermarsberg. Wer? Die Fischereigesellschaft Eresburg aus Lüdenscheid und Umgebung. Das waren ursprünglich Fabrikanten, die damals in unserer schönen Gegend die Ruhe genießen und natürlich ihrer Passion dem Fischen nachgehen wollten. Urkunden, Schriften, Fotos und weitere Informationen belegen all dieses. Sie wurden nun von Karl-Friedrich Kämper, dem aktuellen Ansprechpartner des SAV Eresburg 1924 e. V., und der Obermarsbergerin Hilde Mühlenbein dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ zur weiteren Aufarbeitung übergeben. Bereits im Herbst 1923 nahm Carl vom Hofe – ein bedeutender Lüdenscheider Fabrikant – Verbindung mit dem Niedermarsberger „Hotel-zur-Post-Besitzer“ Becker auf. Becker hatte die Fischerei-Gerechtsame an der Diemel von Obermarsberg gepachtet und suchte hierfür noch Beteiligte. Carl vom Hofe gewann seinerseits weitere Unternehmer aus Lüdenscheid und Umgebung als Mitstreiter hinzu, die diese Verpflichtung gegenüber Obermarsberg übernehmen wollten. Die Firma Carl vom Hofe fertigte in Lüdenscheid für Bergwerke Grubenlampen – sogenannte Froschlampen. Aber auch Eisenkonstruktionen aller Art, wie z. B. Brücken, Tore, Pfannen, Blechgefäße, schmiedeeiserne Regale oder Utensilien für Öfen wurden in den Hallen des Werkes produziert. Die Fischers-Freunde um den rührigen Carl vom Hofe begannen somit die Diemelfischerei in Obermarsberg im Mai 1924. Am 05.02.1925 wurde während der Mitgliederversammlung im Restaurant Wilhelmshof in Lüdenscheid beschlossen, dass die Fischer-Vereinigung den geschichtsträchtigen Namen „Fischereigesellschaft Eresburg“ erhalten sollte. Dieser Name wurde erst in den 1970er Jahren leicht geändert. Man trug die Gesellschaft offiziell in das Vereinsregister beim Amtsgericht Lüdenscheid ein. Die Bezeichnung lautete fortan Sportanglerverein Eresburg – kurz: SAV Eresburg 1924 e. V.. Gefischt werden durfte in den Gründungsjahren der 1920er fast ausschließlich nur mit der Fliegenrute. Wegen des damals reichlichen Aufkommens an Forellen und Äschen wurde einmal im Jahr zu festgesetzten Zeiten mit Netzen gefischt, um auch „die Mitglieder mit Fischen zu versorgen, die nur zahlendes Mitglied waren“. Im Jahr 1930 erfolgte eine 1. Pachtverlängerung mit der Stadt Obermarsberg auf 18 Jahre. Hier war Carl vom Hofe direkter Anpächter. Die Pachtstrecke reichte von Niedermarsberg bis zum Hoppecke-Einlauf und der Momecke. Auch sind lt. den Vereinsunterlagen Geldstrafen bei Fehlverhalten der Mitglieder belegt. Wer mit dem „Blinker“ fischte oder der Jahresversammlung fernblieb, hatte teils drakonische Strafen zu befürchten. Anlaufstelle für die Fischer war, neben der Familie Mühlenbein in der Vinzenziusmühle von Obermarsberg und dem Hotel zur Post in Niedermarsberg, auch das Waldhaus sowie der Reichshof mit der Familie Lüdtke. In den Kriegsjahren von 1939-1945 „konnte nicht so viel geangelt werden“. Die Beschaffung von „Besatz“ erwies sich als schwierig. Aber Dank der Beziehungen von Carl vom Hofe ist es auch in dieser Zeit gelungen eine Menge von Satzforellen zu bekommen. Um das Kriegsende räuberten Kriegsgefangene, Besatzungstruppen und Deutsche die Diemel restlos aus. Anschließend wurde von der Militärregierung das wilde Fischen verboten. In den Folgejahren besetzte man die Diemel wieder mit Fischen. Ab 1949 konnte dann endlich wieder geangelt werden. In den Anfängen der 1950er Jahre mussten an die Amerikaner und Engländer Erlaubnisscheine fürs Fischen ausgegeben werden. Auch sie hatten ihren Spaß daran. Militärs von Frankfurt bis Lüdenscheid angelten ausgiebig bis 1955. 1979 wurden in NRW Genossenschaften gegründet. Die Pachtstrecke wurde bei einer Neuaufteilung wesentlich kürzer. Bereits Anfang der 1960er Jahre wurde ein Teil der oberen Strecke an den neugegründeten ASV Obermarsberg abgegeben. Zum Obermarsberger Verein besteht bis heute ein sehr gutes, freundschaftliches Verhältnis, das bei zahlreichen Treffen in der Obermarsberger Anglerhütte unter der Organisationsregie von Herbert Wiesner und des jüngst verstorbenen Dieter Bolduan regelmäßig gepflegt wurde. Weitere Informationen demnächst unter www.Marsberger-Geschichten.de           



„Fischers Auszug“ - Das Foto von einigen Mitgliedern der Fischereigesellschaft Eresburg mit deren Frauen aus ca. 1927 zeigt an 2. Stelle v. l. Peter Seßinghaus und daneben Philipp Mühlenbein sowie ganz rechts Karl Schmale in der Nähe der Vinzenziusmühle.
 

„Fischers Heimkehr“, ca. 1927 – In Obermarsberg am Diemelufer wird die „Fangstrecke im Pott“ präsentiert.
 

Das Wehr bei „Fischers Ruh“ an der Diemel in Obermarsberg. Der Fabrikant Carl vom Hofe beim Angeln in der Zeit um 1925.

 


Das Foto aus ca. 1935 zeigt Philipp Mühlenbein (links) und Ernst Seßinghaus aus Breckerfeld bei Vorbereitungen zum Netzfischen in der Diemel. Hinten ist rechts am Bergeshang der Kuhweg von Obermarsberg zu sehen
 

Brief von Carl vom Hofe aus dem Jahr 1926 an das Mitglied der „Fischereigesellschaft Eresburg“: Fabrikant Karl Schmale aus Breckerfeld
 

Gruppenbild einiger Mitglieder des heutigen Sportangelvereins Eresburg 1924 e. V.
Links ist deren Ansprechpartner Karl-Friedrich Kämper zu sehen.


Marsbergs Fundstück des Monats April 2014
beschäftigt sich mit der Adelsfamilie Droste zu Vischering

Padberg. Während einer Stadtführung durch das historische Obermarsberg übergaben die Teilnehmer aus dem Münsterland an den Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ eine besondere Sammlung zur Adelsfamilie Droste zu Vischering für das öffentlich zugängliche Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte“. Die „Marsberger Geschichten“ prämierten die „Droste-zu-Vischering-Sammlung“ jetzt zu Marsbergs Fundstück des Monats April 2014. Der Sauerlandkurier stellt die geschichtlichen Hintergründe exklusiv vor. Die „Droste zu Vischerings“, die auch in Padberg beheimatet sind, gehören zum westfälischen Uradel und zählen somit zu den bedeutendsten Familien. Ursprünglich nannte sich die Familie „von Wulfheim“. Das Geschlecht erscheint urkundlich erstmals im Jahr 1170. Mit Albrecht von Wulfheim beginnt die Stammreihe. Er nahm 1173 für Münster an der Fürstenversammlung in Goslar teil. 1271 errichtete Gerhard von der Mark, Bischof von Münster, die Burg Vischering, um nach Auseinandersetzungen mit der Adelsfamilie von Lüdinghausen seine Ansprüche auf Lüdinghausen zu festigen. Er belehnte Albrecht von Wulfheim, Drost von Dülmen, mit dem Amt des Drosten auf der Burg. Ab 1309 nannten sich die Mitglieder dieses Geschlechts erstmalig „Droste zu Vischering“ und machten dabei die Amtsbezeichnung zu ihrem Familiennamen. Zum Familienbesitz gehören u. a. das Wasserschloss Darfeld oder der Erbdrostenhof Münster. Letzterer wurde vom LWL und der Stadt Münster bis 2057 gepachtet. Die nun an das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte“ überlassene „Droste-zu-Vischering-Sammlung“ umfasst verschiedene Publikationen aus dem 19. Jahrhundert, Schriften, Urkunden, Heiligen- und Messbildchen, Stiche sowie weitere Bildnisse von bedeutenden Familienmitgliedern der Adelsfamilie Droste zu Vischering. In dieser Sammlung befinden sich auch Werke von und zu Caspar Maximilian Droste zu Vischering. Er wurde am 09.07.1770 geboren und verstarb am 03.08.1846. Er war von 1826 bis 1846 Bischof von Münster und Domherr zu Halberstadt. Seinen Bruder Clemens August Droste zu Vischering weihte er am 14.05.1798 in Münster zum Priester und in 1827 zum Weihbischof. Er eröffnete in 1832 eine theologisch-philosophische Akademie in Münster, die Vorläuferin der Universität war. Clemens August Droste zu Vischering (geb. 22.01.1773, verst. 19.10.1845) wurde am 01.12.1835 vom Domkapitel auf Wunsch des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV. zum Erzbischof von Köln und somit zum Nachfolger von Ferdinand August von Spiegel gewählt. Die Inthronisierung folgte am 29.05.1836. Haus Böttcher besitzt nun hierzu u. a. die Festrede der „50-jährigen bischöflichen Jubelfeier Seiner Gnaden des Hochwürdigsten Herrn Bischofs von Münster, Caspar Max, Reichsfreiherrn von Droste zu Vischering“. Die Rede wurde am 06.09.1845 von Johannes von Geissel gehalten. Auch die Leichenpredigt zum damaligen Bischof zu Münster aus dem Jahr 1846 befindet sich nun in der Sammlung von Haus Böttcher. Ferner kann man dort ein Kupferstich aus 1840 von Clemens August Droste zu Vischering (Kölner Erzbischof), ein Familienwappen der Familie Droste zu Vischering oder ein Bildnis der betenden, seligen Maria Gräfin Droste zu Vischering begutachten. Im Jahr 1802 heiratete Maximilian Droste zu Vischering die Erbtochter Regina Dorothea Franziska von Padberg zu Padberg. Mit ihm kam erstmalig ein Droste zu Vischering nach Padberg und in das heutige Marsberger Gebiet. Nach der Übernahme des Herzogtums Westfalen beantragte Maximilian Droste zu Vischering seine Anstellung als Landrat im Kreis Brilon. Im Jahr 1817 erfolgte die Ernennung. Sein Sohn Caspar Maximilian Droste zu Vischering-Padberg übernahm das Amt des Briloner Landrats und so konnten die Droste zu Vischerings über 60 Jahre lang dieses Amt bis 1878 ausführen. Zusätzlich war Caspar Maximilian Droste zu Vischering Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses für den Wahlbezirk „Meschede-Brilon-Wittgenstein“ und konnte sich somit in die Ahnengalerie der traditionsreichen und bedeutenden Adelsfamilie einreihen. Nähere Informationen zum Fundstück des Monats finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichten.de          

 

Marsbergs Fundstück des Monats April 2014: Ein Kupferstich von Clemens August Droste zu Vischering um 1840. Er war Erzbischof von Köln.
 

Ausschnitt aus einem Gemälde von Maximilian Droste zu Vischering-Padberg. Er war der erste Landrat des Kreises Brilon.
 

Diese Postkarte ist aus den 1930er Jahren. Zu sehen ist das Schloss in Padberg: Ein Sitz der westfälischen Uradelsfamilie Droste zu Vischering.
 
Das Familienwappen der Droste zu Vischerings mit der Grafenkrone.

 
Dieses Bildnis zeigt Herz Jesu mit Margareta Maria Alacoque und die seliggesprochene Maria Gräfin Droste zu Vischering
 



Radiosendung aus Heddinghausen –
Höhere Gewalt macht neuen Termin am Maifeiertag nötig

Heddinghausen. Bei „Höherer Gewalt“ ist man machtlos. Am Ostermontag, dem 21.04.2014 tobte ein Unwetter über dem Sauerland, so wie es auch die Radio-Sauerland-Wetterbauern eigentlich vorhergesagt hatten. Was die Wetterbauern nicht wussten, war, dass es aufgrund dieses Unwetters technische Probleme bei Radio Sauerland gab, die auch den gesamten Feiertagsabend nicht abgestellt werden konnten. Weder eine Erkennungsmelodie von Radio Sauerland war zu hören, noch die von 19 bis 21 Uhr geplante Geschichtssendung des Marsberger Heimatvereins „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ aus Heddinghausen konnte im Bürgerfunk der Sauerlandwelle stattfinden. Allgemeine Musik war von Radio NRW aus Oberhausen zu hören. Neues Spiel, neues Glück: Die Sendung aus Heddinghausen findet nun am Maifeiertag, also am Donnerstag, dem 01.05.2014 von 19 bis 21 Uhr statt. In der Reihe „Hiegemann unterwegs“ berichten Heddinghausens Ortsheimatpfleger und Chronist Wigbert Schemm, Christian Ramme, Ortsvorsteher Bertram Frese und andere über Aktuelles sowie zur Geschichte des Ortes. Musikalisch umrahmt wird die Sendung vom MGV Accordia Canstein 1901 unter der Leitung von Franz-Josef Nimphius und vom Warschauer Orgel-Virtuosen Prof. Dr. Andrzej Chorosinski auf der einzigartigen Heddinghauser Orgel. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“, alle Sprecher und Mitwirkenden aus Heddinghausen sowie der Moderator Markus Hiegemann freuen sich auf viele Zuhörer. Die Sendung ist auf der Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ, zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden.

Vor der Grabplatte des „Mordian von Canstein“ in der Heddinghauser Kirche stehen v. l. n. r. Elvira Böttcher, Ortsheimatpfleger Wigbert Schemm, Moderator Markus Hiegemann und Christian Ramme.



Heddinghausen – Die Ortschaft an der Waldeckischen Landesgrenze im Radio

Heddinghausen. Am Ostermontag, dem 21.04.2014 findet in der Sendereihe „Hiegemann unterwegs“ eine Radiosendung auf der Sauerlandwelle statt. Innerhalb dieser Sendung wird die Geschichte des Ortes Heddinghausen – aber auch Interessantes und Aktuelles zu der Ortschaft an sich – thematisiert. Dieser Marsberger Ortsteil mit seiner St.-Hubertus-Kirche, die in früheren Jahrhunderten die Begräbnisstätte der Herren von Canstein war, liegt direkt an der Waldeckischen Landesgrenze. Moderator Markus Hiegemann und Heddinghausens Ortsheimatpfleger und Chronist Wigbert Schemm begeben sich während ihres Rundgangs durch den Ort mit den „Marsberger Geschichten“ auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Aber auch Ortsvorsteher Bertram Frese, Christian Ramme und Andere kommen während der zweistündigen Radiosendung des Marsberger Geschichts- und Heimatvereins „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ zu Wort. Wigbert Schemm ist einer von Marsbergs dienstältesten Ortsheimatpflegern. Er schreibt seit 35 Jahren die Chronik von Heddinghausen. Er weiß zu jedem Haus des Ortes eine Geschichte zu erzählen. So liegt es auf der Hand, dass nicht nur die Urgeschichte des Ortes und der Pfarrei während der Sendung besprochen werden. Von geschenkten Bildstöcken vom Kloster Bredelar über das jüdische Leben, den Judenfriedhof, der ehemaligen Synagoge, Brunnen des Ortes, alte Geschäfte und Betriebe geht es hin zur Herrschafts-Kirche der von Cansteins. Der Friedhofspark, die Baugeschichte der Kirche, die einmalige Randebrock-Orgel, die vom Marsberger Hegering mitgestalteten Hubertusmessen und die Grabplatten der Herren von Canstein sind hier an dieser Stelle nur fünf kurzgenannte Punkte die geschichtlich durchleuchtet werden. Da einige Heddinghauser sich im Cansteiner Gesangsverein engagieren, wird die Sendung natürlich vom MGV Accordia Canstein 1901 unter der Leitung von Franz-Josef Nimphius musikalisch umrahmt. Außerdem gibt der berühmte Warschauer Orgel-Virtuose Prof. Dr. Andrzej Chorosinski ein „Stelldichein“ auf der einzigartigen Heddinghauser Orgel. Die Radiosendung wird am Ostermontag von 19 bis 21 Uhr ausgestrahlt. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“, alle Sprecher und Mitwirkenden aus Heddinghausen sowie der Moderator Markus Hiegemann freuen sich auf viele Zuhörer. Die Sendung ist auf der Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5 MhZ, zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden. Info: Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie im Nachgang der jeweiligen Sendung alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de

Die Postkarte aus der Zeit um 1960 zeigt verschiedene Bildnisse zur heutigen Marsberger Ortschaft Heddinghausen.



Die Kluskirche von Giershagen – Eine alte Wehr- und Wüstungskirche im Radio

Giershagen. Die Kluskirche ist ein Kleinod in der Natur zwischen Giershagen und Bredelar. Was es mit dieser alten Wehr- und Wüstungskirche auf sich hat, können die Hörer von Radio Sauerland in der Sendereihe „Hiegemann unterwegs“ sogar weltweit (Webradio) am Karfreitag, dem 18.04.2014 ab 19 Uhr erfahren. Innerhalb der zweistündigen Sendung im Bürgerfunk der Sauerlandwelle stellen Moderator Markus Hiegemann, Heiner Götte sowie Johannes Becker – beide sind in Giershagen auch als Hüter der Kluskirche bekannt – mit den „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ viele geschichtliche Eindrücke und Aspekte zu der Kirche vor. Sie gehen auf die Erbauungszeit um 1150 und den ursprünglichen Ort sowie der späteren Wüstung Niederuppsprunge ein. Sie rekonstruieren die verschiedenen Bauphasen der Kluskirche. Sie sprechen über die Beziehungen zum Kloster Bredelar und begeben sich als versierte Kenner und geschätzte Kirchenführer auf einen Rundgang durch das Kirchenschiff der damaligen Pfarrkirche. Sie durchleuchten den Altar, die prächtige Kanzel und das Inventar aus der Papen-Werkstatt genauso gut wie die vielen Restaurierungen sowie die verschiedenen Sagen und Mythen zu diesem geschichtsträchtigen Ort. Natürlich werden hierbei auch die aktuelle Situation und die heutige Funktion der Kirche mit dem dazugehörigen Friedhof besprochen. Die Kluskirche von Giershagen wird als Station der über 300 Jahre alten Pferdeprozession und des neuinstallierten Wanderweges „Bergbauspuren“ genutzt. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“, die beiden Freunde der Giershagener Kluskirche: Johannes Becker und Heiner Götte sowie Moderator Markus Hiegemann freuen sich auf viele Zuhörer am Karfreitag. Die Sendung ist von 19 bis 21 Uhr auf allen Frequenzen von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5, zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden. Info: Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie im deutlichen Nachgang der jeweiligen, ausgestrahlten Sendung alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de


Das Bildnis vom 03.09.1935 zeigt den geschichtlichen Geheimtipp: die Giershagener Kluskirche



 


Schloss Westheim im Radio – Freiherren von Twickel im Interview

Westheim. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ haben es sich zur Aufgabe gemacht, das historische Marsberg samt seiner Umgebung näher vorzustellen. In der Sendereihe „Hiegemann unterwegs“ auf der Sauerlandwelle besuchte der Marsberger Geschichts- und Heimatverein bereits Familie von Elverfeldt auf Schloss Canstein sowie Gräfin Droste zu Vischering auf Schloss Padberg innerhalb verschiedener Sendungen des letzten Jahres. Nun kehrt die Marsberger Adelsserie des Bürgerfunks in Schloss Westheim ein. Josef Freiherr von Twickel und Sohn Moritz Freiherr von Twickel stehen dem Moderator Markus Hiegemann Rede und Antwort. Während des zweistündigen Schlossrundgangs mit den „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ können die Zuhörer von Radio Sauerland viel Wissenswertes zu diesem alten Marsberger Adelssitz erfahren. Innerhalb des Adelsinterviews geht es geschichtlich um die verschiedenen Eigentümerfamilien von Schloss Westheim: um die Herren von Westheim, die von Calenbergs, die Stolbergs und natürlich auch um die heutige Familie von Twickel, die ursprünglich aus dem Münsterland stammt. Wussten Sie, dass Friedrich Leopold Graf zu Stolberg ein berühmter Dichter und Konvertit war oder Joseph Theodor Graf zu Stolberg das Amt des Landrats im Kreis Büren ausübte? Und darüber hinaus Gründer des Bonifatiusvereins war? Dieses sind nur drei Fragen die während der Radiosendung beantwortet werden. Aber auch die Ursprünge der Brauerei, die Revolutionslage in 1848 in Westheim, alte Relikte vom Kloster Hardehausen und das Westheimer Archiv, das sich heutzutage in Münster befindet und Bestandteil der Westfälischen Adelsarchive ist, werden durchleuchtet. Lassen Sie sich überraschen, was Schloss Westheim und die dazugehörige Gräflich zu Stolberg´sche Brauerei Westheim ihren Fans und Geschichtsfreunden zu bieten haben. Die Sendung ist am Sonntag, dem 30. März 2014 von 19 bis 21 Uhr zu hören. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“, Josef und Moritz Freiherren von Twickel und Moderator Markus Hiegemann freuen sich auf viele Zuhörer. Die Sendung ist auf der Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5, zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden. Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de

 

Das Foto zeigt Schloss Westheim im Jahr 1962. Es wurde vom Schlosspark aufgenommen.









 

 



Oesdorfer Platt und das Vermächtnis von Jupp Förster

Oesdorf. Die nächste „DO BISTE PLATT“-Sendung aus dem Marsberger Stadtgebiet findet am Montag, dem 17.03.2014 ab 21 Uhr statt. Die einstündige Sendung wird vom Kesselberg 8 in Oesdorf in die Regionen des Sauerlandes sowie des Bürener, Warburger und Waldecker Landes ausgestrahlt. Innerhalb der Radiostunde der „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ präsentieren Brigitte Köster, Roswitha Glock, Gerhard Hillebrand und Josef Wiegers (Schopohls Jupp) das Oesdorfer Platt. Oesdorf gilt als eine der Hochburgen der plattdeutschen Sprache im Marsberger Stadtgebiet. Roswitha Glock und Brigitte Köster tragen verschiedene plattdeutsche Gedichte und Texte aus dem Vermächtnis ihres verstorbenen Vaters, dem Heimatfreund, Jupp Förster vor. Natürlich gibt es auch allerlei Wissenswertes und Amüsantes aus seinem Leben zu erzählen. Das Oesdorfer-Original Jupp Förster hatte in früheren Jahren sogar eine eigene Zeitungs-Kolumne im Westfälischen Volksblatt und präsentierte hier mannigfache Gedichte über seine geliebte Heimat. Neben vielen Anekdoten und Dönekes stehen die vier plattsprechenden Oesdorfer dem Moderator Markus Hiegemann auch Rede und Antwort zu weiteren Fragen rund um die Ortschaft Oesdorf. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“, das Oesdorfer-Plattdeutsch-Team sowie Moderator Markus Hiegemann freuen sich auf viele Zuhörer am kommenden Montag. Die Sendung der Sauerlandwelle ist auf der Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5, zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden. Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de
 

Die Postkarte der Ortschaft Oesdorf ist aus der Zeit um 1910

 



Die Eresburg und die Archäologie – LWL-Experten im Interview

Obermarsberg. Im „Karls-Jahr“, dem 1.200. Todesjahr von Karl dem Großen, bietet Obermarsberg seinen Geschichtsfreunden so Einiges. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ konnten nun die LWL-Archäologen Dr. Eva Cichy und Dr. Manuel Zeiler, beide wissenschaftliche Referenten der für Südwestfalen zuständigen Außenstelle Olpe, gewinnen. Sie stehen innerhalb einer einstündigen Sendung im Bürgerfunk von Radio Sauerland Rede und Antwort zu allem Wissenswerten der Eresburg – natürlich aus archäologischer Sicht. Dr. Cichy ist in der Region eine bekannte Größe und geschätzte Archäologie-Expertin. Sie hat erst jüngst über die LWL-Altertumskommission die Publikation „Die Eresburg“ in der Reihe „Frühe Burgen in Westfalen“ veröffentlichen lassen. Dieses Heft ist für 3,50 €, nachdem es in der Marsberger Umgebung kurzer Hand vergriffen war, wieder im Handel und über den o. a. Marsberger Geschichts- und Heimatverein erhältlich. Im Interview in der Radio-Reihe „Hiegemann unterwegs“ stellen die beiden LWL-Archäologen sich und die Arbeit der LWL-Archäologie vor. Im Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte“ weisen sie aber auch im Speziellen auf die Besonderheiten Obermarsbergs hin, da der gesamte Ort auf dem Berg seit 1991 ein Bodendenkmal ist. Interessante Tipps im Umgang mit dem geschichtlichen und kulturellen Archäologie-Erbe der ehemaligen Sachsenfeste, der Eresburg, gibt es für die Bürger und insbesondere für Bauherren des Ortes zu erfahren. Von Neolithischen Scherben über Funde der Eisenzeit, des Frühmittelalters bis hin zum Mittelalter reichen die archäologischen Geschichtsspuren in Obermarsberg, die während der Sendung thematisiert werden. Innerhalb eines Rundgangs durch den Ort zeigen Dr. Cichy und Dr. Zeiler dem Moderator Markus Hiegemann und den vielen Zuhörern am Radio besondere Ausgrabungen, wie beispielsweise auf dem Grundstück Fresen, in der Stiftskirche oder im Stadtmauerbereich, auf. Die Sendung findet am Sonntag, dem 16.03.2014 ab 20 Uhr statt. Sie ist auf der Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5, zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden. Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de

 

Die Luftaufnahme zeigt das Bodendenkmal Obermarsberg, dem Standort der ehemals größten Volksburg der Sachsen, der Eresburg.


 






 



Erneute Spende von 1.250,00 €
geht an das Oldtimermuseum in Westheim,
den Förderverein Zukunft Oesdorf
und in die Renovierung der Laurentiuskirche Meerhof

 Insgesamt wurden nun schon 6.250,00 € aus Bucherlösen verteilt

Der beliebte Bildband „Vergangene Zeiten – Meerhof, Oesdorf, Westheim – Historische Postkarten auch zu Essentho, dem Bürener Land, Dalheim, Hardehausen, Scherfede, Wrexen, Billinghausen, Hesperinghausen und Helmighausen“ mit hunderten Postkarten, Fotos und Abbildungen zu dem im Buchtitel erwähnten Ortschaften aus der Zeit ab den 1870er Jahren fand großen Anklang. Im Dezember 2013 hatten hierzu die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ bereits einen Spendenbetrag von 750,00 € ausgeschüttet. Jetzt flossen nochmals insgesamt 1.250,00 € in das Oldtimermuseum in Westheim, in den neugegründeten Förderverein Zukunft Oesdorf und in die Renovierung der Laurentiuskirche in Meerhof. Allein der Bildband „Vergangene Zeiten – Meerhof, Oesdorf, Westheim und umliegende Ortschaften“ erwirtschaftete somit einen Gesamtspendenbetrag von 2.000,00 €. Insgesamt wurde von dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein, sofern man das Spendenengagement vorheriger, historischer Marsberger Bildbände hinzuzählt, ein Betrag von nun 6.250,00 € ausgeschüttet. Das Buch „Vergangene Zeiten – Meerhof, Oesdorf, Westheim und umliegende Ortschaften“ ist zum Preis von nur 19,95 € weiterhin erhältlich. Wer etwas Gutes tun möchte und Interesse an der Heimatgeschichte sowie an historischen Fotos hat, der kann die Bücher der „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ erwerben. Der Vorstand beschloss, dass bis Ostern 2014 für alle verkauften Bücher: „Marsberger Ansichten“, „Marsberger Geschichten, Band 1“, „Alte Ansichten zu Bredelar, Beringhausen und umliegende Ortschaften“, „Marsberg-Menschen-Bilder-Impressionen“ und „Vergangene Zeiten – Meerhof, Oesdorf, Westheim und umliegende Ortschaften“ ein Obolus an gemeinnützige Projekte fließen wird, sofern die Bücher beim Verein unter www.Marsberger-Geschichten.de, beim Marktkauf Marsberg, Floristik Trachternach, Tankzentrum Westheim, dem Oesdorfer Ortsvorsteher, dem Markant-Markt Meerhof oder der Bäckerei Becker in Essentho erworben werden. Natürlich werden die Bücher auch in den Buchhandlungen Podszun und Schreiber sowie in vielen weiteren Geschäften zum Kauf angeboten.

Ein aktuelles Foto vom Oldtimermuseum in Westheim, das von dem Bildband „Vergangene Zeiten – Meerhof, Oesdorf, Westheim und umliegende Ortschaften“ profitiert.
Diese Postkarte von Westheim zeigt eine „Partie an der Molkerei“. Die Postkarte ist aus der Zeit um 1915


Bürgerfunk aus Giershagen
zur Geschichte des Karnevals mit plattdeutschen Beiträgen

Giershagen. Nach der Januar-Winterpause findet die nächste Bürgerfunksendung aus dem Marsberger Stadtgebiet am Sonntag, dem 16.02.2014 statt. Passend zur aktuellen „Narrenzeit“ präsentieren aus der karnevalistischen Hochburg Giershagen die Mitglieder des dortigen „Carnevalsvereins“ in Zusammenarbeit mit den „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ eine einstündige Radiosendung zur Geschichte und Entstehung des Karnevals. Die Sendung beginnt um 20 Uhr. Johannes Becker, Karnevalist der ersten Stunde in Giershagen, kann hierzu Einiges berichten. Was im kleinen Kreise begann, wurde zum festlichen Großereignis und ist heutzutage aus dem Terminkalender nicht mehr wegzudenken. Zahlreiche Karnevalsfeiern reihen sich im Februar in Giershagen aneinander und bilden ein Fundament für den großen Höhepunkt der Giershagener-Session, den Veilchendienstagsumzug. Gisbert Schandelle, Sitzungspräsident des GCV, referiert innerhalb der Sendung gekonnt zu seinem vielseitigen Engagement und zu karnevalistischen Besonderheiten des Ortes. Maria Götte und Antonia Giller sind plattdeutsche Originale in Giershagen. Sie werden mit ihren lustigen und humoristischen Einlagen für eine fröhliche Stimmung unter allen Zuhörern sorgen. Da in Giershagen der KARNEVAL groß geschrieben wird, geht die Sauerlandwelle in der Sendereihe „DO BISTE PLATT“ am Tag danach, also am Montag, dem 17.02.2014 ab 21 Uhr erneut eine Stunde lang auf Sendung. Aus der Esbiker Straße 11 in Giershagen ist dann ein sauerlandweites „Helau“ zu hören. Lustige, plattdeutsche Stücke und Lieder werden lt. Sitzungspräsident Gisbert Schandelle von „Tante Maria und Tante Antonia zum Lachen, Schmunzeln und Schunkeln am Radio einladen“. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“, der Giershagener Carnevalsverein, sowie Johannes Becker, Gisbert Schandelle, Antonia Giller, Maria Götte und Moderator Markus Hiegemann freuen sich auf viele Zuhörer am kommenden Sonntag und Montag. Die Sendungen der Sauerlandwelle sind auf der Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5, zu hören. Alternativ und weltweit können sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden. Die einzelnen Redebeiträge vorheriger Marsberger Bürgerfunk-Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden Sie alle als Download unter der Rubrik „Aus Marsbergs Geschichte“ auf der Internetseite: www.Marsberger-Geschichten.de


Die Ansichtskarte von Giershagen ist aus der Zeit um 1900.





Borntosten stellt sich im Radio vor –
 

Marsbergs kleinste Ortschaft hat viel zu bieten

Borntosten. Am Mittwoch, dem 01.01.2014 (Neujahrstag) findet in der Sendereihe „Hiegemann unterwegs“ eine Radiosendung auf der Sauerlandwelle statt. Ab 19 Uhr können alle interessierten Geschichts- und Heimatfreunde einen Ortsrundgang in Borntosten über das Radio miterleben. Moderator Markus Hiegemann interviewt auf Einladung des Marsberger Geschichts- und Heimatvereins „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ den Ortsvorsteher Andreas Frese, den Ortsheimatpfleger Arnim Freiherr von Elverfeldt, den Fördervereins-Vorsitzenden Ulrich Frese, Peter Wallmeier und Wilhelm Geschwinder zum Ort an der waldeckischen Grenze, zur Historie und zu interessanten Bauten der Ortschaft Borntosten. Marsbergs kleinste Ortschaft hat viel zu bieten. Natürlich werden lebendig die Kirche, der Borntoster Bergbau, das Ehrenmal, der Gutshof oder das lebensgroße Dorfmemory geschichtlich vorgestellt. Aber auch die Ortsglocke, die Buke, das Wasserschutzgebiet, das Dorfgemeinschaftshaus mit seinem regen Vereinsleben und sonstige Einrichtungen des Ortes haben spannende Geschichten zu erzählen. Die Reihe „Hiegemann unterwegs“ wird nach der Januar-Winterpause als Projekt „Von Bürgern für Bürger“ im Bürgerfunk fortgesetzt. Die nächsten Sendungen auf Hoch- sowie Plattdeutsch finden dann wieder ab Mitte Februar 2014 statt. Es bleibt also spannend und abzuwarten, welche Marsberger historischen Stätten folgen werden. Die zweistündige Radiosendung wird am Neujahrstag zwischen 19 und 21 Uhr ausgestrahlt. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“, die Ortschaft Borntosten sowie der Moderator Markus Hiegemann freuen sich auf viele Zuhörer. Die Sendung ist auf der Frequenz von Radio Sauerland, also z. B. in Marsberg auf 94,8, 96,2 oder 106,5, zu hören. Alternativ und weltweit kann sie über das Webradio von www.RadioSauerland.de empfangen werden.


Die vierteilige Postkarte von Borntosten ist aus den 1930er Jahren.






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